Teil eines Werkes 
1 (1808) welcher den dritten und vierten Theil des Originals enthält
Entstehung
Seite
535
Einzelbild herunterladen

ei 1-2 AELTERE

111. Das Gelb verſeßt ſich vollkomten mit dew Rothen, und die Färbekunſt zeigt uns in dieſer Hinficht unendliche Nüancen:

Weun man Fiſatholz in einem Bade das zum Scharlachfärz ben gedient hät, kochen[4ßt, und es mit ein wenigWeinſtein und Zinncompoſition belebt 3; ſs bringt man nach und nach Gra- natfarbe, Kaptrcinerbranu, Orange, Jonquille u. ſw. hervor. Man thut Fiſatholz oder Cochenille hinzu, je nachdem man die Schattirungeun wüuſc<t. Ja man nimmt ſelbſt ein wenig Fär- berrdthe zum Goldgelb und Zimmtbraunhinein,

Das Roth der Färberrdthe verbindet fich ſehr gut mit dem Gelb, und man kann es nach und nach, vom Orange bis zum Zimmtbraun hinab, ſieigern.

Wenn man, ſtatt die lebendigen gelben Farben zu nehmen, ſich Pflanzen von bräunlicher Farbe bedient; wie ſie die meiſten adſtringirenden Pflanzen haben, ſo erhält man ſolidere, aber weniger klare Farben, Die Nußbgumwurzeln alſo, der Schmat, die äußerſte Schaale der welſchen Nüſſe; geben Tabaksfarb, Kaſtanienbraun, Moſchusfarb u,ſ. w. Kaſtanienbraun, Zimmt- braun, Weinhefenfarb wird die Seide mit Campecheholz, Fer? nambuk- und Fiſatholz gefärbt; der Grund des Bades iſt das Fiſatholzdecoct, und man gießt ungefähr ein Viertheil Fervam?z but» und ein Achttheil Campecheholzbrühe darauf. Man alaunt dann die Seide, und färdvt ſie auf dieſem Bade,

Wenn man braune Schattirungen erhalten will, nimmt man ein größeres Maaß von dem Judianiſchen- als von dem Braſilienholze,

Poerner» ſiellt unendliche Reſultate über die Verbindung der Farben, je drey zu drey, auf. Man ſicht ein, daß dieſe Vermiſchungen gränzenlos ſeyn müſſen, aber es iſt nur ndthig, vie Wirkung jeder urſprünglichen Farbe zu kennen, um die ein? zuſehen, welche die Vermiſchung hervorbringen wird.

Nounter Abſchuikk. Von der Kunſt die Farbe zu ſchönen oder zu beleben,

) Es gibt wenige Farben, die man natürlich und ohne Ver- änderung auftragen kann, Die Kunſt, fie zu verändern, ſie zu beleben, iſt es, wovon man den Ausdru> das Zad ſtärken, die Farbe ſchönen, gebraucht. Dieſer Theil der Färbekunſt iſt der zarteſte und ſchduſte. In ihm beruhen faſt alle Geheimniſſe der Färber, s Vir