Dieß Verfahren iſt das gewdhnlichſte, aber es- erleidet in Räckſicht der verſchiedenen Farben unzählige Modificationen, die man nothwendig kennen muß,
Wenn man Wolle färben will; ſo fängt mau.damit an, ſie eine Stunde hindurch in ein Bad von Waſſer und Kleie zu thun und aufwallen zu laſſen; ſodann wäſcht man ſie aus,
Soll die Wolle mit Färberrdthe gefärbt werden; ſo gibt man ihr eine Beize von Alaun und Weinſtein, und rdthet ſie dann in einem Bade aus 4 Unzen Färberrdthe auf das Pfund Wolle, thut das Zeug faſt zu gleicher Zeit, als die Färberrdthe hinein; heißt das Bad nach und nach; dreht das Zeug ſorgfäl- tig um; läßt es einige Augenblike hindurc<ß, köchen, wäſcht es, wenn man es aus dem Bade herausnimmt, aus, und hängt es zum Tro>nen auf. Hellor nimmt ein halbes Pfund Färberrdthe auf ein Pfund Wolle; er unterhält das Waſſer eine Stunde lang, in einer Wärme, die der von kochendem nahe kommt, und läßt nur vier bis fünf Minuten kochen.
Man kann dieſer Farbe einen grdßeren Glanz geben, wenn man zu dem erſten vorbereitenden, mit der Kleie angeſetzten Bade, ein Achttheil an Weinſteinrahm hinzuthut.
Das Roth wird noch lebhafter wenn man ein wenig Zinn» aufldſung in die Beize nimmt,
Wenn die Wolle ſcharlachroth gefärbt werden ſoll, ſo taucht man das Tuch, nachdem man es ſo wie wir es beſchrieben durch die Beiße gezogen, und das Färbebad nach der ange- gebenen Methode bereitet, mittelſt der Winde, und zwar ſo ſchnell als mdglich hinein, und dreht es einige Minuten hindurch ſehr gejhwinde um, dann halt man mit der Bewegung inue und läßt das Tuch eine Stunde lang kochen; worauf man es auf die Winde trägt, wo es abtrdpft, und kalt wird, dann es auswäſcht und an einem dunkeln und luftigen Orte tronen läßt.
Pärner hat bemerkt, daß die Farbe ſc<hdner werde, wenn man das Zeug acht und vierzig Stunden in ſeiner kaltgeworde- nen Beize liegen laſſe,
Noch kann man die Materien aus denen das Färbebad be- ſtehen ſoll, beſonders zubereiten und erſt in dem AugenbliFe in den Keſſel gießen, wo man das Tuch hineinthut. Zu dieſem Ende kocht man in einem kleinen zinnernen Gefäße auf 1 Pfund Wolle 1x Pfund Waſſer, 2 Quent<hen Weinſtein und x Unze Cochenille. Sobald die Ebullition' anfängt; ſo thut man 1 Unze Zinnaufldſung hinzu, läßt es eine Viertelſtunde mäßig auftko- <hen;- nimmt'“das Gefäß vom“Feuer ab. und gießt dieſe Aufld-
ſung


