'13
Im Maimonath regieren die kalten Oſtwinde, wel- che oft von, häufigem Platzregen begleitet ſind, der ſehr nachrtheilig ſowohl für die junge Saat, als auch für den Erdboden iſt, welcher unterm Pflügen liegt, und ſehr durch durch die überflüſszige Feuchtigkeit leidet.
Im Juni fühle man nicht ſelten kalte Morgen, wel- che wit der“ ſtarken Mittagshitze im Contraite ſehen, wodurch die zarte Kornähre oft Schaden leidet, weil üe eine ſolche Veränderung nicht aushalten kann.
Julius und Auguſt wären die wärmſten Monathe, ſo wie die angenehmſten, wenn das ſchöne Werter nicht(6 oft durch Gewitterſchauer, welches ſich beſonders in die- ſen Monathen einfindet, unterbrochen würde.
Der September bleibt ſich am mehrſten ungleich; in einigen Jahren haben wir kaum einen regnigten Tag in dieſem Monathe gehabt, in andern Jahren hat es jeden Tag geregnet.
October, November und December ſind hinter ein- ander ſich ziemlich gleich, ſtarker Regen, und zu andern Zeiten ſchönes ſtilles Wetter Regen und Sonnenſchein wechſeln mit einander ab.
Dieſe Veberſicht giebt dem Ausländer einen deutli- eben Begriff von dieſem Klima. Der Leſer erſieht hier- aus, daſs, wenn gleich die Grafſchaft Midlothian mit Seeland unter einerley Polhöhe liegt, es dort ganz ver- ſchiedene Abweichungen giebt. Das hat Pännewark mit Groſsbritannien gemein, daſs die Ausdünſtungen des Meeres unſere Aecker und Wieſen zu allen Jahrszeiten vorzüglich im Frühlinge und Herbſte befeuchten, und es machen, daſs weder der engliſche noch der ſchotſche Landmann Dürre, wie in andern Ländern, und einen daber rührenden Miswachs zu befürchten hat. Doch iſt das Wetter in Groſsbritannien unbeſtändiger und feuch- ter, als bey uns. Ihre Winter find milder; kommen ſpäter, und ziehen früher wieder ab; lie haben mehr Regen und Schneeregen, als eigentliche Winter mit


