Teil eines Werkes 
1 (1801) Bemeeerkinger om det engelske Landbrug
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dagegen hier der Sommer weit wärmer, 49a! bey Paris Wein wächſet und reift, aber nicht bey London.Die milden Winter in England rühren ofienbar von dem wWärmeſtoffeher, welchen das daran floſsende Meer ent- hält, weil es im Sommer kälter, als die Luft, dagegen im Winter wärmer iſt, und der Luſt von ſeiner Beſchaffen- heit mittheilt,;

In Schotland iſt die Luft kälter und reiner, aber doch nicht ſo kalt, als es ſeiner Lage vach ſeyn ſollte, weil Schotlands Berge gegen Norden liegen, und den da- herſtrömenden Nordwind aufhalten.

Aus dieſen angeführten Urſachen ſieht man, daſs Fygland weder einer auſserordentlichen Hitze noch Kälte ausgeſetzt iſt, noch ſeyn kann, auch daſs beyde nicht an« haltend ſeyn können, daſs aber das Wetter dort unbe- ſtändiger ſeyn muſs, als bey uns. Mehrere Wochen ein twocknes und mildes Sommerwetter zu haben, iſt in Eng- land eine wunderbare Erſcheinung. Was unbeſtändig und feuchtes Klima heiſst, erfuhr ich beſonders in der Erndtezeit 1797. Ich hielt mich im Auguſt und Septem- ber in der Grafſchaft Suffolk in der Nähe von des Secretärs Arthur Youngs Hofe Bradfield auf, und erlebte in dieſen beyden Monathen nur zwey ganzeTage, an welchen es nicht regnete.

Englands feuchtes Klima iſt ein Hauptgrund, daſs dieſes Land| ſo üppige Graſungen und Wiefen hat, und daſs es ſich beſſer zu Vertgräfungen, als zum Kornbau ſchickt. Das Korn, beſonders Weitzen, iſt niclit ſo ſchwer, als das'gute oſtſeeiſche, und der beſte Danziger Weitzen wird aui der Kornbörſe beſſer'bezahlt, als der beſte Weitzen aus der Grafſchaft Kent, oder Daunton Dalen in Somerſet. Der milde Winter dort erlaubt es, daſs die Engländer, ihre Schaafe« den ganzen Winter drauſsen lallen, und das Hornvieh nicht vor Neujahr auf- ſtallen. In den ſüdlichen Grafſchaften pflügt. ung ſäer der Landmann ſeine Winterſaat oft nicht vor der Mitte