Teil eines Werkes 
1 (1801) Bemeeerkinger om det engelske Landbrug
Entstehung
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land nördlicher liegt, und ſich vom 50. bis zum 55. Grade erſtreckt, haben doch manche Gegenden, beſanders in dem ſüdlichen Theile, ein eben ſo mildes Klima als Eng- land. Das eigenthümliche Verhältniſs des Wetters in Rückſicht auf Wärme und Kälte, die Abwechſelung der Jahrszeiten, die Feuchtigkeit und Trockenheit der Luſt beruhen hauptſächlich auf der Lage des Landes und den herrſchenden Winden. Es iſt noch gar nicht abgemacht, daſs es ſtärker in Schotland als in England ſriert. Im Jahr 1766 war die Themſe zugefroren, aber kein einzi- ger Fluſs, nicht die kleinern einmal, waren mit Eiſe belegt.

England ift gröſstentheils gut angebauet und frey von groſsen Hölzungen und Torfmören. Die bedeutend- ſte Moorſtrecke liegt an der Gränze von Suffolk und Nor- folk bey Ely. Schotland hat an manchen Gegenden noch ein wildes Anſehen und eine groſse Anzahl Möre. Es iſt begreiflich, daſs, durch das Verhauen der Hölzungen und das Austrocknen der Möre, die Menge und Dichtig- keit der Nebel in England etwas abgenommen haben müſ«» ſen, und gegenwärtig nicht mehr ſo ſtark ſind wie in äl- tern Zeiten, weil ſie nach Strabo's Beſchreibung in ſeiner Geographie unausſprechlich ſtark geweſen ſind.

Die Luft iſt in Eogland beſtändig feucht, im Sommer,

kälter und im Winter milder als in Dännemark. Das Klima iſt im Winter wegen der Seeluft ſo milde, daſs die Erde ſelten gefriert, und der Schnee kaumgeinen Tag liegen bleibt. Eben dieſe Seewinde,, bauptrfäichlich der aus Weſten, welcher der herrſchendſte iſt, ift die ſtärkſte Urſache, daſs die Luft ſich im Sommer abkühlt und die Nachtkälte ſelten ſtrenge oder anhaltend iſt. Aus der- ſelben Urſache find die Jahrszeiten gemäſzigter in Irland als in England, und an der weſtlichen Kante des Landes milder und feuchter,|als an der öſtlichen, Obgleich Paris unter einer mildern Himmelsgegend liegt, ſo iſt der Win- ter in der Gegend b&y London doch milder als bey Paris;