Einwohnexy,'Z1
bar machten. Dieſe Fremdlinge vereinigten ſich nach und nach mit den ſchon vorhandenen Landeseingebohrnen.«»
. Aus Slaven alſo, Sachſen und den Koloniſten Albrechts 1. entſtand eine Vermiſchung, die den Grund zu der jetzigen einheimiſchen Volksmaſſe in der Mark. Brandenburg legte. Aber nur vom platten Lande kann man dieſes im Allgemeinen behaupten; denn in den Städten iſt der Zufluß der Fremden viel zu groß, die Vermiſchung zu ſichtbär, um noch an Reinheit der Ab- funft denken zu können. nE ! Die neueren Koloniſtenanſiedelungen unter Joachim I1.,„Johann George, unter dem Kurfürſten Friedrich Wilhelm, der im Jahre 1650 die Oldenländer aus dem Bremiſchen in die Altmark zog, Niederländer*), Lütticher, Clever, Schweizer und Pfälzer nach der Mittelmark verſeßte, und Schleſier und Lauſitzer in die Kurmark aufnahm, und vor? vorzüglich unter Friedrichs des Großen, für die Bevölkerung ſeiner Staaten, insbeſondere aber der Kurmark, ſo einflußreichen Regierung, wo ſich faſt aus allen Ländern des deutſchen Reichs neue. Anbauer im Oderbruch, Rhinbruch, bei den Städten, Aemtern und Dörfern nieder? ließen, ſo daß man vom Jahre 1740 bis 1786 einen Zuwachs von 11,618 fremden Familien, oder ungefähr 50,000" Individuen, für die Kurmark annehmen kann. Dieſe neueren Koloniſten- anfiedelungen vollendeten die Vermiſchung der Volksmaſſe, und ungeachtet faum ein halbes Jahrhundert ſeit ihrer Etablirung verfloſſen iſt, ſo iſt die Zuſammenſchmelzung ſchon in einem Grade erfolgt, daß man nur hie und da noch einzelne Spuren, nicht der Sitten- ſondern der Spracheigenthümlichkeiten findet. Dieſes Eigenthümliche wird mit der erſten Genera- tion“ verſchwinden, und dann überall nur ein und daſſelbe Volk vorhanden ſeyn.
Da die Regierung bei den Volkszählungen auf die Verſchiedenheit der Abfunft nie Rückſicht genommen hat, ſo bin ich außer Stande, hierüber beſondere Angaben mitzutheilen, ſon- dern muß auf die weiter unten folgenden allgemeinen Bevölkerungstabellen verweiſen.
2% Die IJüdenſ<mGmafr.
Dieſer Volksſtamm, deſſen Individuen hier, ſo wie faſt in dem ganzen Preußiſchen Staat, von eigentlichen Staatsbedienungen, dem Bürgerrecht, Innungen und Handwerken**)
2) Die Oldenländer wurden in die Altmärkiſche und Lenzerwiſche verſetzt, und übernahmen die Kultur der Elbgegenden, da ſie mit dem Dammarbeiten. umzugehen verſtanden. Die Niederländer aber ver- pflanzte der Kurfürſt in die Gegenden längs der Havel, zwiſchen Oranienburg und Liebenwalde, wo ihre Nachkommen noh jetzt die Dörfer Hohenbrucß, Neuholland und Creuzbru bewohnen.
22) Seit kurzem iſt von Seiten der Regierung die Frage aufgeworfen? Ob es thunlich ſey, dieſer Na- tion zu den Gewerken und Innungen den Zutritt zu erlauben, aber noh nichts darin beſchloſ- fen, da dieſer Schritt, ſo menſchenfreundlich er an ſim au iſt, wegen der wichtigen Folgen, die er haben muß, wohl erwogen zu werden verdient.


