Einwohner, %? 245 Zweiter Abſchnitt.
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Erſtes Kapitel,; 33 daJufeie vb: Schr acf bl. 4.0.8: SK laIrLen
Wenn man die Einwohner der Kurmark, in Abſicht auf"die Verſchiedenheit ihrer ur- ſprünglichen Abkunft, alſo in völferſchaftlicher Hinſicht, eintheilen will, ſo giebt es, wie faſt in den meiſten Preußiſchen Staaten, nicht mehr als drei Klaſſen: Nationaleinwohner, Ju- denſchaft und Franzöſiſche Kolonie, wozu man noh die Wallonen und Böhmen rech- nen kann. Dieſe Einkheilung iſt gewiſſermaßen dadurch von der Regierung ſanctionirkt, daß ſie einer jeden dieſer Klaſſen gewiſſe ausſchließliche Nationalverhältniſſe beigelegt und zugeſtan- den haft.
1T5D14e Nationaleinwohner.;
Die ehemaligen Bewohner aller nordſeitigen Elbgegenden waren Slaven oder Wetn- den, und der füdlihen Sachſen und Thüringer. Von dieſen kann man im Allgemeinen den Urſprung der jeßigen National- Brandenburger herleiten. Jh will aber damit nicht be- haupten, daß dieſe Abſtammung ſich rein und unvermiſcht erhalten habe; daß der Altmärker be- ſtimmt von den Sachfen und der Mittelmärker nur von den Slaven abſtamme. Man weiß, wie ſchwer es hält, die Reinheit einzelner Familien mehrere Generationen hindurch zu beweiſen, um wie viel ſchwieriger müßte dieſe Aufgabe in Abſicht einer ganzen Nation werden, wenn man anders eine eigene Schedel- und Kinnbackenlehre nicht dabei zu Hülfe nehmen wollte. Nur ei- nes oberflächlichen Blicks in die ältere Geſchichte des nördlichen Deutſchlands bedarf es, um uns hinlänglich zu überzeugen, daß die wilden Kriege der Sachſen, denen man die Verbreitung der Chriſtusreligion zum moraliſchen Zweck utterlegte, die frugalen und thätigen Slaven theils aufrieben, theils zurückdrängten, ſo daß ein großer Theil dieſer Nation ſich nach den ehe- dem von ihr bewohnten nordöſtlichen Gegenden Curopens zurückzog.'
Die Sachſen, welche ſich, unter dem Schuß ihrer Waffen, hier anſiedelten, waren zwar; zahlreich genug, um als Sieger ihre Sprache geltend zu machen, aber doc zu ſchwach um den Volksverluſt völlig zu erſezen. Albrecht 1. fand das Land, im 22ten Jahrhundert, ziemlich öde und menſchenleer, und ſahe ſich daher genöthigt in ſein neuerworbenes Eigenthum große Kolonien von Holländern, Flamändern und RNheinländern hereinzuziehen, welcht vorzüglich die faſt gänzlich verlaſſenen und wieder verwachſenen Niederungen an den Flüſſen ur-


