Teil eines Werkes 
1 (1804) Die allgemeine Einleitung zur Kurmark, die Altmark und Prignitz enthaltend / von F.W.A. Bratring
Entstehung
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Gewäſſer. 29

der Uferfluß ab.= Der Parſteinſee,' bei dem Dorfe" gleiches' Namens,. iſt eine halbe Meile breit und faſt 2 Meilen lang.=- Der Werbellin in dem Grimnißſchen und Schönebeckſchen Forſt, welcher bei Joachimsthal mit dem Großen Grimnißſee in Ver- bindung ſteht, iſt 13 Meilen lang, an einigen Stellen 50 Klafter tief, und hat einen Flächen- inhalt von 30210 Morgen 14[] Ruthen.=- Der Wolleßſee, unweit Angermünde, wird von der Welſe durchſtrömt.= Die Templiner Seen, worunter ſich beſonders der Lübbe- fee, der Lebauiſche See, der Melit- und der Fährſee augzeichnen, ſtehen faſt alle mit-. telſt des Templiner Kanals mit der Havel in Verbindung. Daſſelbe gilt von den vielen Seen bei Lychen und Himmelpfort, weil ſie faſt ſämmtlich, dur) den Bobliter Bach, ihren Waſſerüberfluß in den Hausſfee bei Himmelpfort, und aus dieſem in den Stolpeſee, welcher von der Havel durchfloſſen wird, überliefern, und daher zur Flöſſerei und Schiffahrt brauchbar ſind.=- Die Seen längs der Mecklenburgiſchen Grenze haben entweder gar feinen Abfluß, oder hangen dur) kleine Bäche mit dem Uferfluß zuſammen.

4. Mineraliſche Quellen und Brunnen.

Von allen mineraliſchen Quellen, die in der Kurmark enkdeckt. ſind, haben nur zwei eine gewiſſe Zelebrität erhalten, nämlich der Freienwalder und der Friedrichs- Geſundbrunnen bei Ber- lin. Der zu Freienwalde iſt 1683 entdeckt, und wird ſeit 1634. ſtarf beſucht. Er liegt auf der ſüdlichen Seite der Stadt in einem angenehmen, von Bergen eingeſchloſſenem Thale, und wird gegenwärtig mehr zum Baden als zum Trinken gebraucht. Seine Hauptbeſtandtheile be- ſichen aus Eiſen und etwas Schwefelſäure. Die Umgebungen des Brunnens find ſeit dem Jahre 1790 fehr verſchönert 5). Der Friedrichs-Geſundbrunnen bei Berlin, vor dem Roſen- khaler Thore, welcher 1701 entdeckt und ſeit 1763 in Stand geſeßt iſt, wird bloß als Bad ge- braucht, und dient Berlins Bewohnern mehr zum Vergnügen, als zum Nuten, da ſehr große Heilfräfte von dem Waſſer ohnehin nicht zu erwarten ſtehen**).

Die übrigen Ouellen und Brunnen in der Kurmark, denen man ehedem mineraliſche Kräfte zuſchrieb, haben ſich entweder wieder verloren, oder ihren Ruf nicht behauptet und liefern jeßt nur ein gewöhnliches Trinkwaſſer. Z. B. der Bullerfpring bei Neuſtadt- Eberswalde, bei Oſterburg(1706), bei Perwer(1707), Werben und Wuſterhaufen an der Doſſe (1711), bei Bentwiſch(1690), Nahrſtädt(17534), Arneburg, Frankfurtan der Odery,**) Oderberg, Prenzlow, u. f. w. Auch Salzquellen hat man bei Salzwedel, Oſterburg, Selbelang, Bieſenbrow, Greifenberg und vorzüglich bei Bekiß gefunden, und am leßteren Orte auch im 16ten Jahrhundert Salz geſöotten, es aber wieder eingeſtellt, weil das Herzogthum Magdeburg ergiebigere Salzquellen hak.]

*) Heide>er Beſchreibung des Geſundbrunnens und Bades zu Freienwalde.- Berl. 1795. 8- 5.**) Formey medicin.Topographie von Verlin S. 39= 5% 22x) Seit einiger Zeit wird das Bad bei Frankfurt an der Oder wieder ziemlich ſtark beſucht.