Teil eines Werkes 
1 (1804) Die allgemeine Einleitung zur Kurmark, die Altmark und Prignitz enthaltend / von F.W.A. Bratring
Entstehung
Seite
24
Einzelbild herunterladen

24 Gewäſer,,

Der Finowfkaval verbindet, vermittelſt des Finow- Fluſſes, die Havel mit der Oder,

- nimmt bei>em Amthauſe zu Liebenwalde ſeinen Anfang, und gehr. unterhalb Nieder- Finow in die Ar. Ein aus der Havel abgeleiteter Kanal, die Alte Fluth genannt, fährt das Waſſer, zwiſchen der Grafenbrückſchen und Schöpfurthſchen Schleuſe, in die Finow. Die- ſer Kanal ward ſchon 2605 unter dem Kurfürſten Joachim Friedrich angefangen. Man arbeitete daran bis 1620, aber kurz vor ſeiner Vollendung brach der dreißigjährige Krieg aus, und die Unternehmung blieb liegen, bis Friedrich der 11. ihn mit. großen Koſten, in den Jahren 1745 bis 1749 neu anlegen und 1767 erweitern ließ. Der Finowkanal verfürzt die Schiffahrt zwiſchen Stettin und Berlin um die Hälfte,-und erleichtert den Transport der Waaren und beſonders des Salzes ungemein:" Ehedem mußten die Kähne uach Stettin einen Umweg von einigen 20 Meilen durch den Müllroſer Kanal nehmen. Es paſſiren ihn jährlich 4000 Oder- oder Breslanuer Kähne, 16--1700 Schuten, ohne das Flößholz aus Pommern und der Neumark in Anſchlag zu bringen. Der Kanal, welcher ſeit 1951 unter der Direktion der Kurmärkiſchen Kammer ſteht, hat 12,508 Ruthen, oder beinahe 53 Meilen Länge, 4--6 Ruthen Breite, 15 Schleuſen, ohne die beiden dazu gehörigen Ha- velſchleuſen und 1338 Fuß 93x Zoll Gefälle, wenn es am ſtärkſten iſt. Zu. ſeiner Spei- ſung dienen der Werbellin, Pechteich, Nettelgraben, Bukow, Möllen, Ukerſee, Schwärze, Ragöſer und Papenfließ.*)

Der Friedrich- Wilhelms- oder Müllroſer Kanal vereinigt die Spree mit der Oder, und geht bei Neubrücf von der Spree ab, vor Müllroſe vorbei, bis Briesfow, wo er durc< den dortigen See in die Oder fällt. Er war ſchon 1558 projektirt, und ward in den Jahren 1662 bis 1668, unter dem Kurfürſten Friedrich Wilhelm, zur Erleichterung des Handels mit der Neumark, Pommern, Schleſien und Polen, angelegt, welcher wohlthätige Zweck auch in ſeinem ganzen Umfange erreicht iſt. Der Kanal iſt 6230 Ruthen 11 Fuß oder 3 deutſche Meilen lang, 5 Ruthen breit, und hat 10 Schleuſen und ein Gefälle von 65 Fuß.:

Der Plaueſche Kanal oder neue Friedrichsgraben gehört zwar eigentlich zum Herzog- thum Magdeburg, muß aber des Zuſammenhanges wegen hier mit aufgeführt werden. Er verbindet die Elbe mit der Havel, geht aus dem See bei der Stadt Plaue ab, vor Gen- thin vorbei und tritt, bei Parey in die Elbe. Er ward in den Jahren 17453 bis 1745, zur Abkürzung der Fahrt zwiſchen Berlin und Magdeburg, angelegt, iſt 8655 Ruthen oder 43 Meilen lang, 26 Fuß breit, hat unr 3 Schleuſen und 16x Fuß Gefälle von der Elbe zur Havel. 2

Der

=---»

*) Die Geſchichte der Anlegung dieſes Kanals S. in von der Hagen Beſchreibung von Neuſtadt Ebers, walde. S, 91= 138. 7