Teil eines Werkes 
1 (1804) Die allgemeine Einleitung zur Kurmark, die Altmark und Prignitz enthaltend / von F.W.A. Bratring
Entstehung
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Gewäſſer, 27

daſelbſt mi? der Havel. Die Spree hat nicht allein mehr, ſondern auch ein ſchnelleres Waſſer, wie dieHavel; auch ſie durchſtrömt viele Seen,, iſt nicht von Deichen eingeengt, und über- ſchwemmt daher jährlich die Wieſen.

Die zum Spreegebiet in der Kurmerk gehörigen Nebenflüſſe:

Die Notte tſpringt unweit Baruth, in Sachſen, treibt einige Mühlen. im Amte Zoſſen, wird bei-dem Clausdorfſchen See ſchifſbar, geht durch mehrere Seen, bei Zoſſen und Mittenwalde vorbei, erhält dort den Namen Sahne oder Sühne, fließt bei Wuſterhauſen in die Dahme, und fällt bei Cöpenick, ver- mittelſt der Wendiſche Spree, in die Haupt- Spree. Dieſer Fluß dient zum. Transport des Gipſes aus den Bergwerken bei Sperenberg.

Die Dahme hat ihren Urſprung bei Dahme, in Sachſen, macht die Grenze zwiſchen der Lauſiß und Kur- marf, fann von Stachow an beflöſſet werden, geht bei Buchholz vorbei, durch viele Seen, heißt von der Prieroſchen Mühle an das alte Fließ, und fällt bei Cöpeni> in die Spree.

Die Dahme, welche aus dem köthenſchen See, im Amte Krausni> kömmt, fällt unweit Neuendorf in die Spree und iſt fliößbar.|

Die Leknil entſpringt im Amte Rüdersdorf bei Kienbaum, hält die Grenze zwiſchen dem Ober-Barnim- ſchen und Lebuſiſchen Kreiſe, durch den Hangelsbergſchen Forſt, und fällt bei Erkner in die Spree. Sie iſt flsßbar.:

E. Die Uker iſt der einzige Fluß in der Kurmark, welcher nicht zu den Gebiete größe? rer Flüſſe gehört, ſondern ſich unmittelbar mit dem Meere vereinigt. Sie geht aus dem Ufker- fee, in der Ukermänk, ab, durchfließt in verſchiedenen Armen die Stadt Prenklow, welche ſich aber nachher wieder vereinigen, nimmt verſchiedene kleine Gewäſſer auf, geht auf Paſe- walf und Torgelow zu, vereinigt ſich bei Eggeſin mit der Randow und fällt, bei Ufermünde in-das große Haff. Ehedem war ſie bis Prenzlow ſchiffbar, jeßt nur bis Paſewalk. Zu ihrer Vereinigung mit der Havel und völligen Schiffbarmachung ſind verſchiedentlich Vorſchläge ge- macht, aber nicht ausgeführt, ſo bedeutend auch die Vortheile davon für die Ufermark und Berlin ſeyn würden.*)

2. Kanäle,

Die mit große Koſten in der Kurmark angelegten Kanäle ſind es eigentlich, die dent in- nern Handel, Waaren- und Produktentransport weſentlich erleichtern, indem durch ſie theils die Hauptfläſſe verbunden, theils die Wege verkürzt, und dadurch die entfernteſten Provinzen mit Berlin, Stettin und Hamburg in Communication geſeßt find, die bis dahin durch koſtbare Frach- ten ihre Produkte verſenden mußten. Zugleich werden hier die Hauptkanäle gans kurz berührt werden, welche zur Urbarmachung ganzer Bruchgegenden das meiſte beigetragen haben-

8) Um das nicht zu wiederholen, was in dem Borgſtedeſ<hen Werke über die Gefälle der Spree, Havel und Elbe geſagt iſt, muß iH auf jenes Buch(Seite 172 und 172) verweiſen.