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Hämburg in die Nordſee. Der Strom iſt veißend und ſchnell, führt viel Schlamm und Sand mit ſich, und wühlt in ſeinem breiten Bette ſehr oft einen andern Gang; daher die Schiffahrt auf demſelben beſchwerlich, und die Einſchränkung durch Buhnenwerke nothwendig iſt. Um die Ueberſchwemmungen der Elbe im Frühling, beim Ei8gang und dem Anſchwellen vom Ge- bira8- Schneewaſſer, zu verhindern iſt ſie mit hohen Dämmen und Deichen eingefaßt, die unter der Auſſicht eines beſondern Elbdeich- Direktoriums ſtehen und ſehr koſtbar zu unterhalten ſind. Die Dutchbrüche der Elbe ſind oft mit den ſchädlichſten Folgen verknüpft, weil ſie ganze
Landſtrecken überſchwemmt und die fruchkbarſten Aecker und. Wieſen verſandet.*) So wichtig
dieſer Fluß in-Abſicht der Schiffahrt“ und der Handelsverbindungen des innern nördlichen
Deutſchlands iſt, ſo unbedeutend iſt er in Abſicht der Fiſcherei.
Die zum Elbegebietk gehörigen Nebenflüſſe können, der natürlichen Lage nach, in die weſtlich und öſtlich einfallenden eingetheilt werden. 2. Auf der Weſtſeite oder in der Altmark verbindet ſich mit der Elbe:
Die Tanger, entſteht aus den kleinen Böchen, Namens Dolle, Beeke, Mühlenbeefe und dem Neuen Graben im Tangermündeſchen Kreiſe, fließt durch die Burgſtalliſchen, Mahlphuliſchen und Weißewartheſchen Forſten, und fällt bei Tangermünde, unmittelbar am Amtshofe, in die Elbe. Sie iſt klein und weder flöß- noch ſchiffbar.
Der Aland entſpringt in dem Dorfe Röbel, auf einem Bauerhofe, läuft unter dem Namen des tauben Alands, bei Werben vorbei, nach Seehauſen, und nimmt auf dem dortigen Stadtfelde, bei der Schulenburg, die Bieſe auf. Hierdurch ſehr vergrößert, umfließt er Seehauſen, und tritt bet Schnafenburg, im Lüneburgiſchen, in die Elbe. Von Seehauſen an iſt er zwar ſchiffbar, hat aber wenig oder gar kein Gefälle. Das. Aufſtauen des Elb- waſſers hat es nothwendig gemacht, ihn einige Meilen weit mit Deichen einzufaſſen.
Die Bieſe entſpringt unter dem Namen Seekantsgraben bei Beeſewege, im Stendalſchen Kreiſe, geht durch den Kahnſtiegſumpf und den Calbiſchen Werder, vereinigt ſich, bei dem Dorfe Bieſe, mit dem Voßfluß und mit der Milde, bei Hagenau mit dem Augra- ben, unterhalb Oſterburg mit der Ucht, und fällt, bei Seehauſen, in den Aland. Dieſer Fluß iſt zwar flößbar, aber nicht ſchiffbar, und wurde unter Friedrichs des Il. Regierung gerade geſtochen.
Die Milde entſteht auf dex Feldmark Mildhöft oder Hohenmilde, unweit Pollwiß, nimmt bei Gardelegen drei kleine Bäche auf, fließt vor Calbe vorbei, durch den Calbiſchen Werder, und fällt bei Bieſe in den Bieſefluß. Sie iſt weder ſchiff- noch flößbar.
Die Ucht nimmt ihren Anfang im Tangermündeſchen Kreiſe in einem Sumpfe, dia Modderkuhle( Moder- pfuhl) genannt, umfließt und durchläuft Stendal, nimmt bei Eichſtedt den Spe>- und Rhiengra-
*) Vergl. Bekmann Th. 1. S. 952. und Fabris Magazin. Nürnb. 1797. Th. 1. S. 37. wo man von den Veberſhwemmungen der Elbe Nachrichten findet. Von dem Elbdeich- Direktorium am gehörigen Ort ein Mehreres. 587
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