Teil eines Werkes 
1 (1804) Die allgemeine Einleitung zur Kurmark, die Altmark und Prignitz enthaltend / von F.W.A. Bratring
Entstehung
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16 Gewäſſer.;; wäſſer fonkurriret, ſo verſteht es ſichvon ſelbſi, daß kleine"Bäche und verbindungsloſe Seen außer meinem Plane liegen. x» j

Die, Mark Brandenburg, welche überhaupt genommen zu'den göwäſſerreichen Gegenden Hes nördlichen Deutſchlands gehört, wird von zwei großen! Flußgebieten durchſchnitten, durch welche die beiden Hauptſtröme des deutſchen Nordens, die Elbe und die Oder, dem Meere zu- ſerömen. Beide Flüſſe haben auf den"Has ndel' mit vem Auslande den geſegnetſten Einfluß. Die Elbe ſieht wieder mit den beiden innern Hauptflüſſen, der Havel und der Spree in Verbin- dung, und dieſe ſind durch Kanäle zugleich mit der Oder in Zuſammenhang gebracht. Der Friedrich-Wilhelmsgraben verbindet die Spree und der Finowkanal die Havel mit der. Oder, und der Plauenſche Kanal, zwiſchen der Havel und Elbe, dient zur Abkürzung der Fahrt zwiſchen Berlin und Magdeburg. Dieſes ſind die Hauptfommunikationswege zu Waſſer.- Aber auch die kleineren Flüſſe, von welchen das Land durchſchnitten wird, werden zum Transport der Prodükte benußt, und ſind zum Theil wirklich ſchiffbar, oder könnten ſchiffbar gemacht werden, wenn der davon zu erwartende Vortheil bedeutend genug wäre.

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212 Flüfſe,+

A. Die Elbe, welche in nordweſtlicher Richtung den weſtlichen Theil der Kur- mark durchſirömt, entſpringt befanntlich in Schleſien, auf dem Nieſengebürge, und zwar in dem Hirſchberger Weichbilde des Fürſtenthums Jauer, eine Viertelmeile von der Böhmiſchen Grenze, nimmt, im. Laufe durch Böhmen, Sachſen und. Magdeburg, faſt 50 Flüſſe auf, berührt zwiſchen Derben und Polte zuerſt die Brandenburgiſche Grenze, und trennt von dort an bis Sandau,.das Herzogthum Magdeburg von der Altmark, den kleinen Strich zwiſchenSchönhauſen und Fiſch- bec abgerechnet. Bei Tangermünde kritt der Tanger-Fluß hinein. Von Tangermünde geht die Elbe Arneburg und Sandau vorbei, und theilt ſich bei dem Dorfe Käcklis in die Neue und Alte- Elbe. Unweit Berge vereinigen ſich beide Ströme wieder, und theilen in einem Hauptſtrom, unter ſehr vielen Krümmungen, die Altmark und-Prigniß bis Schnacenburg. Zus- nächſt berührt ſie Werben, und nimmt daſelbſt bei dem ſogenannten H.avelort, einer-kleinen Inſel, die aus dem Innern der Kurnzarf kommende Havel auf, deren grünliches Waſſer ſich langſam kämpfend mit dem trüben der Elbe verbindet. Bei Wittenberge-verſchlingt ſie die Ste- peniß, und bei Schnackenburg den Aland, trennt darauf bis Dömiß die Prigniß und das Herzogthum Lüneburg, und verläßt da, wo ſie die Elde einnimmt, die Märkiſche Grenze. Be-- kanntlich geht dieſer Strom darauf weiter durch den Niederſachen R Kreis und fällt unterhalb

Dams

*) Da ohnehin die Bekmanniſche Beſchreibung der Kur- und|Mar?k Brandenburg Berlin 1751. Fol. Th. 1. S. 949= 1154 und das längſt gebührend gewürdigte Borgſtedeſche Werk von der Kur» mark Brandenburg. Berlin 1788. 4. S. 120 bis 187. dieſen Gegenſtand faſt erſchöpft haben.