Teil eines Werkes 
1 (1804) Die allgemeine Einleitung zur Kurmark, die Altmark und Prignitz enthaltend / von F.W.A. Bratring
Entstehung
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10 Kurmavrk,

Calbiſche Werder und. die Wiſche; in der Prigniß, die Lentzerwiſhe, die Silge und einige Gegenden: an der Stepenitz und Havel; in der Mittelmark, der- größte. Theil des Ha- vellandes , die: Neuſtädkiſchem: Kolonien. an der Doſſe und dem Rhin, das Hohebruch bei Cremmen bis. Liebenwalde und Granſee, und die ganze Gegend von: Lebus: bis Wrießen, die ge? wöhnlich das Oderbruch in weiteſten: Sinne genannt wird;. in der- Ukermarß aber beſon- ders alle nordöſtlichen Gegenden: am dex Ufer und Oder.;-

An Wieſengrund fehlt es: der Kurmark weniger wie manchen anderw Provinzen, nur daß er nicht überall gut, ſöndern zuweilen ſauerbeizig iſt. Die beſten Wieſen. befinden ſich in den: Geſenfen der: Flüſſe und: zuweilen an den Ufern. der vielen Seett, die im allgemeinen aber hohe Sandufer: haben. Die Altmark hat gute Wieſen, am Tangerfluß,, in dem Tanger; an der Ohre im Drömling, an der Jeeße, Dumme, Ucht, Aland, vorzüglich aber an der Milde und Bieſe, auf dem Calbiſchen Werder; die Prigniß in der Silge, an der Elbe bei Lenzen, att der Stepenit, Doſſe, Havel und Jägeli; die. Mittelmark am: Rhin(die Neuſtädtiſchen Kolo- nien, das Rhinluch zwiſchen Fehrbellin und Cremmen, das Hohebruc,.an der Havel, das große Havelländiſche Luch,(die Gegend um Königshorſt) an der Spree, bei Zoſſen und Mitten- walde, und beſonders in dem ganzen Oderbruche, welches, nebſt den Havelörtern, die Stadt

Berlin hinlänglich mit Heu verſorgt; in der: Ufermark an der Oder, Uker, Randow, Welſe:

und einigen Seen:. 2. In Abſicht auf Fruchtbarkeit.

Daß bei dieſer Verſchiedenheit der Oberfläche die Produftionsfraft und Fruchtbarkeit des Bodens

in der Kurmark ebenfalls ſehr verſchieden ſeyn müſſe, iſt in die Augen fallend. Im Ganzen ge- nommen hat die Mark einen ſändigen und wenig ergiebigen: Boden.. Nur-die Wiſche in der Alt- mark, die Lenzerwiſche in der Prigniß, einige Gegenden des! Havellandes, beſonders um Nauet, und ein Theil der: Ufermark,. haben ein fettes und zur Theil! ſehr fruchtbares Erdreich. Auch zeichnen: ſich einige Niederungen' an den Flüſſen durch: eine ſchwarze, kragbare Gartenerde aus,

die, theils. durch Kultur, theils durch Ueberſchwemmungen: der Flüſſe, einen Ueberzug der fette--

ſten und' fruchtbarſten Dammerde erhalten hat.:*)

Wenn die Oberfläche der Kurmark indeſſen,- im Ganzen getiommen auch mager iſt. ſo iſt dentioch» wohl nirgends ein undanfbarer ſchlechter Boden mit ſo vielen Koſten: und ſo großer Unterſtüßung ſo ſehr verbeſſert ,. urbar: und: tragbar gemacht, wie in: dieſer Provinz.- Ohne hier! der Urbarmachung' des großen:

Havelländiſchen: Luchs in den Jahren! 1718 bis 2724, des- Oderbruchs- 1747 bis:4756- der Silge: 1747 zbis-

2750, des Rhinbruchs 1773: bis: 1777: und des: Drömlings: 1786 u: f- w: während" der: Regierung Friedrich Wilhelms des 1.. und Friedrichs des: Il. zu: erwähnen). will. ich nur die: Verbeſſerung; des- Bodens in: Anſchlag

*) Sehr oft: enthalten dergleichen Niederungen und Bruchgegenden unter der Oberlage vor fetter Erde ei- nen unfruchtbaremw Sand ,- 3 B.;. im Oderbruche, wo- die fruchtbare: Dammerde. nicht leicht über zwei Spa- denſtiche tief iſt.