Teil eines Werkes 
1 (1804) Die allgemeine Einleitung zur Kurmark, die Altmark und Prignitz enthaltend / von F.W.A. Bratring
Entstehung
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bringen, die bei den Domänenämtern, adligen Gütern und'Bauerdörfern, durch Aufhebung der Gemein- heiten,Einhegung der ,Sandſchellen, durch Grabenziehung, Anbau der Futterkräuter, dadurch bewirkte beſſere"Düngung und regelmäßigere und zwecmäßigere Bewirthſchaftungen überhaupt in den 1leßten 50 Jah» ren ſo-augenſcheinlich bewerkſtelligt iſt, daß jekt nicht leicht ein Theil einer. Feldmark unbenugßt liegt, der nur einigermaßen produftionsfähig iſt.*) Finden ſich aber hin und wiederunbebauete Strecken, ſo iſt die Feldmark entweder zu groß, ein häufiger Fall in der Mark, um gehörig- in Kultur geſeßt werden zu kön- nen, oder es geſchieht der Schafweide wegen, weil Flechten,':Mooſe, Heidekraut und andere Kräuter ſolche magere Strecken zur Schafweide vorzüglich eignen, und die.Kurmark gerade dieſen Theilen des Bo- dens die großen und guten Schöfereien beſonders zu verdanken hat.

Der Heideboden, der zwar auch von ſehr verſchiedenem Gehalte und ſehr oft mit Lehm, Stauberde, vorzüglich aber»mit Kalk und Eiſenerde:vermiſcht iſt, wird zum Rocken- bau, häufiger zum Hafer- und Buchweizenbau, gewöhnlich-aber,:mit gutem Erfolge, zum Kie- nenholzanbau angewandt.. Der darauf gewonnene Nocken iſt vorzüglich rein. Am unfruchtbar- ſten, und ſelbſt zu Kienenſchonungen nicht recht tauglich, iſt der ſchwärzlich e Heidebodenz denn er beſteht aus einer Miſchung von Kies, ſchwarzem Sande und andern Subſtanzen, die wenig fruchtbare Theile enthalten. Zum Glück giebt es aber deſſen nicht viel in der Kurmark. Nicht viel beſſer ſind die ſchwarzen, ganz ſaueren Niederungen, die kaum der Beackerung werth ſind, einer ſtarfen Ausſaak bedürfen und ſelten mehr wie.das zweite, höchſtens 23 Korn gewähren.'

Der größte Theil des AFers in der Kurmark beſteht aus einem gufen Mittel»- boden, der eine fruchtbare Miſchung von Lehm, Erde und Sand enthält, und weit ſeltner fehlſchlägt wie ein fetterer Boden, auf dem Näſſe und Dürre- einen ſehr dominirenden Einfluß haben. Er erfordert nur eine leichte Beackerung, iſt der Ueberſchwemmung ſo wenig wie dem Ausſauern ausgeſeßt, und lohnt ſelten dem Fleiß ſeines Bearbeiters mit Undank. Daher fann die Ernte in der Mark Brandenburg nicht ſo allgemein fehlſchlagen, wie im Magdeburgiſchen und Halberſtädtiſchen, wo faſt durchgehends eine und dieſelbe Oberfläche ſtatt findet. Zum Rockenbau iſt dieſer Mittelboden der tauglichſte, und bei guter Düngung und Bearbeitung trägt er Weizen und Gerſie.;

Der ſchwere oder ſogenannte Kleiboden iſt ſchwer zu beſtellen, wird in der Regel alle Jahre mit Weizen, Gerſte oder Hülſenfrüchten beſäet, ſchlägt aber bei anhaltender Dürre und anhaltendem Regen ſehr leicht fehl. Deſto reichlicher iſt indeſſen bei ſeiner großen Frucht- barfeit der Gewinn des Landmannes in guten Jahren. Die gragreiche Brache wird zur Fett- weide, zum Kleebau und Heuſchlag benußt..

») Ja manche Bewohner des ſüdlichen Deutſchlands würden ſim wundern, mit welcher Aengſtlic<keit Gutsbe- fiter hier zuweilen jeden Fußbreit Sand an Wegen beſäen, und mit wirklichem Landgeiz die Wege ſo verengen, daß das Korn bei eintretenden Konkurrenzen/ dur<aus zertreten werden muß,

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