Erwerbung und Eintheilung, 5
welche von ihren Beſißern, deten von Bieberſtein, an das Bisthum Lebus verpfändet waren, wurden 1557, nach der Seculariſation deſſelben, dem Markgrafen Johann von Küfirin überlaſ- ſen; da dieſer aber 1571 mit Tode abging, und beide Marken, die Kur- und Neumark, wie- der. vereinigt wurden, ſo verband Kurfürſt Johann George dieſe beiden Herrſchaften für immer mit der Kurmark, und erhielt am zgten Sept. 1575 darüber die Böhmiſche Belehnung.*)
Im Jahre 1609 wurden noch die, ehemals zu Vorpommern gehörigen, Herrſchaften Schwedt und Vierraden, welche aber ſchon ſeit 1493 die Brandenburgiſche Landeshoheit anerkannt hatten, nach dem Tode des leßten Grafen, Martin von Hohenſtein- Schwedt, als ein eröffnetes Lehn der Kurmark völlig einverleibt.
Eeitdem iſt die Kurmark nicht vergrößert; wohl aber haben ihre Regenten, durch Erwer- bungen ganzer Länder, ihren Staat ſo anſehnlich erweitert, daß dieſes kleine Mutterland gegen- wärtig nur den zwölften Theil aller Königl. Preußiſchen Beſigungen ausmacht.
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Die Kurmark Brandenburg, welche ein Haupttheil der ganzen Mark iſt, wird in vier Provinzen oder beſondere Marken eingetheilt;
2. Die Altmark, ehedem die Nordmark, welche aus ſechs landräthlichen Kreiſen beſteht: 1) dem Stendalſchen, 2) Tangermündeſchen, 3) Arneburgiſchen, 4) Seehauſenſchen, 5) Arendſeeiſchen und 6) dem Salzwedelſchen.
92. Die Prigniß, ehedem die Vormark, enthält ſieben Kreiſe: 1) den Perlebergiſchen, 2) Prizwalkiſchen, 3) Wittſtocfiſchen, 4) Kyrißiſchen, 5) Havelbergiſchen, 6) Plattenburgi- ſchen und 7) den Lenzenſchen.:
5, Die Mittelmark, ehedem die Neumark, worin neun Kreiſe: 1) der Havelländiſche, 2) der Ruppiniſche, 3) der Glien- und Löwenbergiſche, 4) der Ober- Barnimiſche, 5) der Nieder- Barnimiſche, 6) der Teltowiſche, 7) der Lebuſiſche, 8) der Zauchiſche und Lucken- waldiſche und 9 die Herrſchaften Beeskow und Storfow, welche zwar eine beſondere Land- ſchaft, im kameraliſtiſchen Sinne aber doch einen Kreis ausmachen.
4. Die Ukermark, worin zwei Kreiſe befindlich ſind: 1) der Ukermärkiſche, oder» die eigenk- liche Ufermark, 2) der Stolpiſche, oder das Land zu Stolpe.
*) Dieſe Böhmiſche Lehnsherrlichkeit über alke Acquiſitjonen in der ehemaligen Lauſitz, iſt 1742 durc< den Berliner Friedensjchluß völlig aufgehoben.]


