Teil eines Werkes 
1 (1804) Die allgemeine Einleitung zur Kurmark, die Altmark und Prignitz enthaltend / von F.W.A. Bratring
Entstehung
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4> Kurntork:

von Rürnberg, aus dem Hauſe Hohenzollern, daſſelbe im Jahre 1411, gegen eit Darlehn von 100,000 Ungariſchen Goldgulden, von dem Kaiſer- Sigismund, in Beſis nahm. Er beſaß es pfandweiſe, bis er 1415, nach Erhöhung des Darlehns bis auf 400,000 Goldgulden oder Dufaten, vom Kaiſer nnd Reich, mit Zuſtimmung aller Kur- und Reichsfärſten, damit be- lehnt wurde. Die förmliche Belehnung erfolgte aber erſt am 18ten April 1417, auf dem Reichstage zu Koſtnit.+'

Friedrich erhielt, wie geſagt, ein ausgeſogenes und verheertes Land, das in ſeinen alten Grenzen%) etwa 355[] Meilen enthalten ſollte, aber von den Nachbaren an den Grenzen und von dem Adel im Innern ſo gerupft war, daß er kaum zwei Drittheile des Ganzen in Empfang nahm. Mit Muth und Unternehmungsgeiſt forderte er ſein nunmehriges Eigenthum zurück, und erhielt es mit den Waffen in der Hand. Zuerſt entwand er dem aufrühreriſchen Adel eine ganze Anzahl Schlöſſer und dazu gehörige Landſchaften, deren ſie ſich unter ſeinen Vorfahren bemächtigt hatten..

Die Prigniß, welche großentheils in den Händen der Herzoge von Mecklenburg war, erhielt er 1425, durch den zu Perleberg geſchloſſenen Frieden, wieder, und überdies noch Lychen und Himmelpfort in der Ukermark, welches 1442 durch den Vergleich zu Wittſtock beſtätiget wurde. Mit Pommern kam, 1427, wegen der von der Ukermark abgeriſſenen Stücke, zu Neu- ſtadt- Eberswalde ein Friede zu Stande, in welchem Friedrich 1. auch dieſe, bis auf Grei- Fenberg, mit der Kurmark wieder vereinigte. Nun erſt beſaß er die Mark Brandenburg in ih- ren alten Grenzen.:

Sein Nachfolger in der Kurwürde, Friedrich Il. vergrößerte feine Beſißungen durch den Anfauf der Herrſchaften Cottbus und Peiß, die aber in der Folge zur Neumark geſchlagen wurden. Die Böhmiſchen Unruhen gaben ihm Beranlaſſung zur Beſißnehmung verſchiedener Theile der Lauſiß, als der Ländchen Teupitz und Beerwalde, womit er in.dem Gubenſchen. Vergleiche, 1462, von Böhmen belehnt wurde. Zugleich erhielt Friedrich Il. die Anwart- ſchaft auf Beesfow und Storkow. Im Jahre 1478 kam das Haus und Amt Löfeniß, durch den mit den Herzogen von Vorpommern geſchloſſenen Vertrag, für immer zur Ufermark. Kurfürſt Johann erkaufte 1490 die Herrſchaft Zoſſen für 16000 rhein. Gulden von dem Ge- orge von Stein, und erhielt darüber 1493 die lehnsherrliche Beſtätigung der Krone Böhmen. Durch die Grafſchaft oder Herrſchaft Ruppin, welche 1524, nach dem Ableben Wich- manns, des lezten Grafen von Arnſtein, als ein eröffnetes Lehn, der Kur Brandenburg anheim fiel, erweiterte Joachim 1. ſeinen Staat. Die Herrſchaften Beeskow und Storkow,

*) Von der Altmark aber war der Strich Landes von"dem jetzigen Herzogthum Magdeburg, an der Altmärkiſc<en Grenze, und das Land zwiſ<en der Elbe nnd Havel, das ſogenannte Stiftij<e, ſchon in den Jahren 1336 und 1354 an"das Erzſtift Magdeburg abgetreten.