Evt ſter 2. b 044 Beſtandtheile des Landes,
Erſter Abſchnitr. Dis.„Lan Dd-- ſe 1.6. fi,
Erſtes Kapitel, Erwerbung und Eintheilung,
Die Kurmark Brandenburg, im nördlichen Theile des Oberſächſiſchen Kreiſes, iſt das Mut- terland des Preußiſchen Staats; ſie iſt die Wiege einer Monarchie, die jeßt einen Flä- <heninhalt von 5530[] Meilen, und eine Menſchenmaſſe von 9 Millionen Köpfen umfaßt.=- Ob wohl Friedrich der Erſte, im Jahre 1415, daran gedacht haben mag, daß der Strom der Zeit, durch den. Muth ſeiner Nachfolger gelenkt, an dieſes kleine Kontinent ſo große LandſtreXen hinan ſpülen würde; daß ſeine fürſtlichen Nachfolger, jezt Preußens Könige, einſt ſo viel Mannſchaft ins Feld ſtellen würden, wie er kaum Menſchen in ſeinem verödeten Lande fand?=- Welch ein Wechſel in einem Zeit: raum von 388 Jahren!<p j
Als Albrecht 1, aus dem Hauſe Asfanien, im z2ten Jahrhundert, die Mark Brandenburg erhielt und eroberte, beſtand ſie nur aus der Altmark(Nordmark), der Prignitß (Vormark) und der Mittelmark(Neumark). Seine Nachfolger brachten 12509- aber, durch Vertauſchung des Landes Wolgaſt, die Ukermarf von Pommern hinzu. Dieſes war das Fun- dament des Gebäudes, welches in der Folge von mehreren Seiten erweitert ward.
Dieſes Land, auf dem ſeit 1184 die Eerzfämmererwürde und ſeit 1350 ungefähr die Kurwürde*) ruhet, war in der zerrüttetſten Verfaſſung, wie Burggraf Friedrich Vl
*) Okto I. iſt es, von dem wir mit Gewißheit wiſſen, daß er 2184 ſchon die Erzkämmererwürde verwaltet habe. Sie hatte aber auf die Kurwürde keinen Einfluß. In dem Lehnbriefe Ludwigs des älteren 1350, von Kaiſer Karl IV, wird der Kurwürde zum erſten Mal erwähnt. Durc< die goldene Bulle(1356) wurden indeſſen die Kurfürſtlihen Rechte der Markgrafen" erſt näher beſtimmt.
-A 2


