Kurmarf, Zweites Kapitel. La 9.0 P.d„Gr.0142
Nach der allgemein bekannten Karte von der Mark Brandenburg liegt die Kur- mark zwiſcheu 282 20' und 522 19' der Länge, und zwiſchen 52* 2' und 539 354/ der nörd- ! lichen Breite. Nach den Soßmanniſchen Karten hingegen zwiſchen 282 9o8/ und 5202 16/ der Länge, und 51* 49/ und 53* 55“ der nördlichen Breite; die Länge 202 vom Pariſer Meridian weſtlich an gerechnet. N Die Kurmark grenzt gegen Norden, von Seiten der Prigniß und der Grafſchaft Ruppin, an die Herzogthümer Mecklenburg- Schwerin und Streliß, von Seiten der Ufermarfk, an die- ſelben Herzogthümer und an Vorpommern.; Gegen Oſten, von Seiten der Mittelmark, an die Neumark, und von Seiten der Ukermarf ebenfalls an die Neumark und an Pommern. Gegen Süden, von Seiten der Mittelmark, an die Lauſiß, das Kurfürſtenthum Sachſen und das Herzogthum Magdeburg. Von Seiten der Altmark und Prigniß ebenfalls an Magdeburg. Gegen Weſten, von Seiten der Altmark und Prigniß, an das Herzogthum Braunſchweig- Lüne- ' burg, von Seiten der Mittelmark aber, an Sachſen und Magdeburg.*) Natürliche Grenzen hat. die Kurmark nicht weiter, als auf der Oſtſeite, wo die Oder, einige we- nige Ausnahmen abgerechnet, ſie von der Neumark und Pommern trennt. Die nördlichſte Spitze iſt in der Ufermark, bei Neuſund; die weſtlichſte in der Altmark, unweit Diesdorf; die ſüdlichſte das Ländchen Beerwalde, ganz von Sachſen umgeben, und die öſtlichſte bei Frankfurt an der Oder.
*) Eine hiſtoriſche VeberjiMt der vorzüglichſten Grenzbeſtimmungen und Berichtigungen ſteht hier wohl nicht am unrechten Orte.
2425. Durch den Frieden zu Perleberg wurde die Grenze zwiſchen Me&lenburg und der Prigniß beftimmtz; NVeberlaſſung der Stadt Lychen und des Kloſters Himmelpfort an die Kurmark.
1427. Dur< den Frieden zu Neuſtadt- Eberswalde, die Grenzen zwiſchen der Ukermark und Pom- mern beſtimmk, welche 1446 und vorzüglich 1493 ,/ durch die Abtretung von Paſewalk und Torgelow in Pommern, berichtiget wurden.
1449. Wurden durc< den Zinnaiſchen Vergleich die, ſeit dam 12ten Jahrhundert gedauerten, Streitigkeiten über die Lehnsverhältniſſe zwiſchen dem Herzogthum Magdeburg und dem Kurhauſe dadurch beigelegt, daß, Friedrich I1. das Land Jerichow, Sandow, Wolmirſtedt, Milow, Bukow, Platow, Alvensleben, Angern, Altenhauſen, Wolfsburg, Rogäßt 1c. für immer an Magdeburg abtrat, und Magdeburg dage- gen alle Lehnsanſprüche auf andere Theile und Oerter der Altmark und. Mittelmark fahren ließ.
21462. Kam die Grenzberichtigung zwiſchen der Mark und dem Kurkreiſe Sachſens zu Stande.
1533. Wurde zu Zerbſt abermals ein Grenzrezeß zwiſchen der Mark Brandenburg und. Magdeburg, wegen
Grabow, Dannekow, Grasleve, Bülſtringen, Flechtingen u. f. w. aufgeſetzt.


