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Die Krankheiten der landwirtschaftl. Kulturpflanzen und ihre Bekämpfung : Leitfaden für praktische und studierende Landwirte / von E. Riehm
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hier nicht näher eingegangen werden. ES ſei nur bemerkt, daß man zur Bekämpfung des Rußtaue8 am beſten die Blattläuſe befämpft

(vgl. S. 188); verſchwinden die Läuſe, ſo findet auch der Rußtau

keine günſtigen Entwicklungsbedingungen.

Der Kupferbrand des Bopfens,(Tetranychus althaeae v. Hanst.)

Eine andere Hopfenkrankheit, die ſim ebenfalls in trockenen Jahren bemerkbar macht, äußert ſich in einer Rotfärbung der Blätter. Meiſt fallen die erkrankten Blätter vorzeitig ab. Auf den erkrankten Blättern bemerkt man ſ|c<on mit einer Lupe feine ſpinnwebartige Fäden und zwiſchen dieſen Fäden keine Milben, die bis zu'/, mm groß werden können. Die ſich ſtark vermehrenden Spinnmilben ſaugen an den Blättern und rufen dadurch das Abſterben des Blatt- gewebe8 und die Retfärbung hervor. Im Winter verkriechen ſich die Spinnmilben in den Riſſen der Hopfenſtangen oder in ähnlichen| Schlupfwinkeln.!

Zur Bekämpfung der Plage empfiehlt es ſich, die Hopfenſtangen zu entrinden und in jedem Winter mit Petroleum zu reinigen. Außerdem iſt das Sprißen mit kaliforniſcher Brühe(Schweſelkalk- brühe), wie ſie 3. B. von den Firmen Nördlinger(Flörsheim), HinSberg(Nackenheim) und anderen geliefert wird, zu empfehlen. Auch das Aufſtäuben von Schwefelpulver iſt wirkſam und ſchüßt gleichzeitig gegen den Mehltau.(Vol S: 17787)

Die Narrenkopibildung oder Gelte des Bopfens,

Dieſe Krankheit, die man auch als Blindſein bezeichnet, äußert fich darin, daß ſtatt der kurzen gedrungenen Hopfenkäßchen mit dünnen, papierartigen Blättchen längere Kätzchen auftreten, deren Blättchen in. Form, Größe und Beſchaffenheit mehr oder weniger gewöhnlichen Qaubblättern gleichen. Die Gelte iſt alſo eine Ex- ſcheinung, die wiſſenſchaftlich als Verlaubung oder Vergrünung be- zeichnet wird. Das Auftreten dieſer nicht durc< Paraſiten hervor- gerufenen Krankheit wird durch ſtarken Stickſtoffüberſchuß oder zu große Feuchtigkeit begünſtigt. Die erkrankten Pflanzen dürfen da- her nur wenig Stickſtoff bekommen und ſind möglichſt luſtig

zu halten. 11205