14 Allgemeiner Teil.
einem großen Getreidefeld alle von der Heſſenfliege befallenen Pflanzen herauszuziehen und zu vernichten. Dagegen kann man nac< der Ernte durch tiefes Umpflügen der Stoppeln die in den Stoppeln ſizenden Inſekten unſchädlich machen.
Als Vorbeugungsmittel gegen parafitäre Krankheiten iſt auch der richtige Fruchtwechſel zu nennen. Viele paraſitäre Pilze und auch manche tieriſche Schädlinge können im Boden längere Zeit lebensfähig bleiben und ihnen zuſagende Pflanzen wieder befallen; jo kann ſich 3. B. der Erreger der Kropfkrankheit des Kohl8 min- deſtens 3 Jahre lang, vielleicht ſogar noch länger, im Boden lebens8- fähig erhalten, ſo daß man auf ſtark verſeuchten Böden 4 Jahre noc< beſſer ſogar 6 Jahre lang, keinen Kohl anbauen darf. Dex Erreger der Fußkrankheit des Roggens geht nicht nur auf Roggen, jondern auch auf Weizen über; man darf daher auf verſeuchten Schlägen wenigſtens zwei Jahre lang weder Roggen noc< Weizen anbauen,
Endlich iſt auch noc) zu erwähnen, daß die Unkrautbekämpfung ein wichtiges Mittel zur Bekämpfung der Schädlinge iſt. Nicht nur daß durch ſtarke Verunkrautung eine ſchlechte Entwicklung der Kultur- pflanzen und dadurch eine größere Anfälligkeit gegenüber Krank- heiten herbeigeführt wird, die Unkräuter bilden auch Brutſtätten für Schädlinge. So beherbergt die Quecke den Schwarzroſt des Ge- treides, an Melde gedeihen viele tieriſche Schädlinge der Rüben, die Wolfsmilc<h iſt eine Wirts8pflanze des Erbſenroſtes uſw. Unkraut- bekämpfung iſt daher eine wichtige Pflanzenſchußmaßnahme.
Aber wenn man auch alle biSher angegebenen Mittel anwendet und für eine kräftige Entwicklung der Pflanzen ſorgt, in vielen Fällen iſt do< eine wirkſame Bekämpfung nur durch<emiſche Pflanzen- j<ußmittel möglich. Set e8, daß man den Stinkbrand des Weizens befämpfen, die Mäuſe vertilgen oder die Kartoffeln vox dem Auf- treten der verderblichen Krautfäule, die Kohlpflanzen vor der Zer- ſtörung durch Erdflöhe ſchüßen will, immer brauchen wir<emiſche Bekämpfungsmittel.- Gegen die zahlreichen neuen<emiſchen Mittel iſt dex Praktiker mit einem gewiſſen Recht mißtrauiſch; gibt es doh immer wieder gewiſſenloſe Leute, die wirkungsloſe Mittel mit ge- ſchikter Reklame anpreiſen. De8wegen iſt beim Kauf neuer Pflanzen- j<ußmittel Vorſicht durchaus am Plaße. Man wende ſich vor dem
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