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Die wirtſchaftliche Bedeutung der Pflanzenkrankheiten. 15
Kauf neuer Mittel an die zuſtändige Hauptſtelle für Pflanzenſchuß oder an die Mittelprüfſtelle der Biologiſ<en Reich3anſtalt in Berlin-Dahlem, deren beſondere Aufgabe die Prüfung neuer Pflanzen- jchußmittel iſt.
Die wirtſchaftliche Bedeutung der Pflanzenkrankheiten.
Wenn ein Landwirt im Frühjahr beim Öffnen ſeinex Kartoffel- mieten fieht, daß ein großer Teil der Knollen durch Fäulnis ver- nichtet iſt, wenn dann auf dem Kartoffelfelde zahlreiche Fehlſtellen auftreten und die vorhandenen Kartoffelpflanzen nur kümmerlich entwickelt find, dann merkt er wohl, welche Verluſte durch Pflanzen- krankheiten entſtehen können. Auch wenn größere Rübenſchläge durch Fraß von Erdraupen oder Engerlingen völlig vernichtet werden oder dur< eine Mäuſeplage ein Teil der Halmfruchterute verloren geht, empfindet der einzelne Landwirt die Bedeutung der Pflanzen- krankheiten. Aber nur wenige machen ſich klax, wie groß die wirt- ſchaftliche Bedeutung der Pflanzenkrankheiten iſt, welche Verluſte auch in den Jahren entſtehen können, in denen keine ſchweren Epidemien auftreten. Wenn auch die durch Pflanzenkrankheiten entſtandenen Schäden ſich für große Gebiete nicht genau errechnen laſſen, kann man doch für Teilgebiete des Deutſchen Reiches wenigſtens annähernd ermitteln, welche Verluſte durch einzelne Krankheiten entſtanden ſind. Bei der Beurteilung dieſer Werte iſt allerdings ſtet8 zu bedenken, daß fie nur auf Grund lückenhaftex Erhebungen errechnet find, daß in tauſenden von Fällen das Auftreten der Krank- heiten nicht bekannt wird und daß de8halb die Schadenſchäßzungen weit hinter den tatſächlichen Verluſten zurückbleiben.
Der im Jahre 1911 in Bayern allein dur< Gelbroſt ent- ſtandene Schaden betrug 26 Millionen Goldmark. Noch größer war der Verluſt durc< Gelbroſt in der Provinz Sachſen im Jahre 1916; ex wurde auf über 40 Millionen Goldmark geſchäßzt. Auch durch Weizenſtinkbrand wird die Ernte ganz erheblich herabgeſetzt; ſo be- trägt der Schaden in einem normalen Jahre(nicht etwa in einem Brandjahre) allein in dex Provinz Sachſen über 6 Millionen Gold- mart. Ju der Rheinprovinz wurde der Schaden durch Stinkbcand im Jahre 1919 auf 15 Millionen Mark geſchäßt. Ziemlich genau


