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Die Krankheiten der landwirtschaftl. Kulturpflanzen und ihre Bekämpfung : Leitfaden für praktische und studierende Landwirte / von E. Riehm
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Die Vermehrung der Pilze.

Se

Die mechaniſche Kraft wird unterſtüßt durch<hemiſche Energie. Dtke Paraſiten ſcheiden Fermente") aus, welche teils die Zellwand löſen, teils den Zuſammenhang der Zellen durc; Zerſtörung der Mittellamelle lo>ern und ſo den Pilzen den Weg bahnen,

Eine Reihe von Paraſiten ſcheidet giftige Subſtanzen aus durc< welche die äußeren Zellen und Wirtspflanzen abgetötet werden. In dieſe toten Zellen dringen dann die Pilzfäden ein, ſcheiden aufs neue giftige Subſtanzen aus und töten ſo die nächſten Zellen der Wirtspflanze uſw. Dieſe Pilze wachſen alſo nie in lebendem Ge- webe, ſie töten erſt die Zellen, ehe ſie eindringen.

Im Jnunern der Wirtspflanze wachſen die Paraſiten entweder zwiſchen den Zellen(intercellular), in welche ſie nur kleine Hauſtorien jenden, oder ſie wachſen in den Zellen(intracellular).

Die Vermehrung der Pilze.

Wir wollen in dieſem Abſchnitt einen kurzen Überblick über die zahlreichen Fortpflanzung8möglichkeiten der Pilze geben und dann die Faktoren kennen lernen, durch welche die Pilze verbreitet werden.

Die eigentlichen Pilze beſtehen aus mikroſkopiſch feinen Pilz- fäden(Hyphen oder Mycel), die häufig in yo großen Mengen mit- einander verflochten ſind, daß ſie große in die Augen fallende Fruchtkörper bilden, wie wir ſie beim Steinpilz, Pfifferling und anderen Hutpilzen kennen. K

Die einfachſte Form der Vermehrung der Pilze iſt die, Dan; 5

die Endzelle eines Mycelfadens ſich ablöſt und zu einem neuen Faden auswächſt; die abgeſchnürten Zellen nennt man Konidien. Die Konidienbildung kann dadurch modifiziert werden, daß die Konidie auf beſtimmt geformten Mycelfäden, den Konidienträgern, gebildet wird(Abb. 3). Die Foxmen der Konidien ſind ſehr mannig- faltig; man findet einfache zylindriſche Zellen, andere wieder ſind halbmondjförmig, kugelförmig uſw. Die Konidien entſtehen ent- weder einzeln, d. h. nur eine am Ende des Mycelfadens, oder es

2) Unter Fermenten verſteht man Subſtanzen, die in lebenden Zellen gebildet werden und die<emiſche Prozeſſe hervorrufen können, ohne dabei ſelbſt eine nachweiSbare Änderung zu erleiden,