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als ſie ſeyn ſollte, bei den Kindern und"Kindeskin- dern, warum iſt das Große nicht häufiger auf das Große gefolgt, als die Geſchichte lehrt? Mark Au- rels Sohn hieß»Kommodus, Karls des Großen Sohn hieß Ludwig der Fromme, des großen Kur= fürſten Sohn hieß Friederich der Erſte, Hermanns und. Luthers Sohne ſind nicht gehdrt worden. Wie wenige Milthiadeſſe zeugten Cimonez wie wenige Hamuilkare zeugten Hannibalez wie wenige Eduarde
- die Dritten konnten Schwarze Prinzen wegen im
ſiebenzehnten Jahre gewonnener Siege auf dem Schlachtfelde zu Rittern ſchlagen; wie wenige Wil- helme Naſſau wurden von Morißen nachgetreten. Aber das ſind die wahren Ahnen, die im Volke leben für alle, daß ſich jeder an der warnt leben- digen Sonne ihrer Glorie erquicken und entzünden mag. So weinte ſich der atheniſche Bürger The=- miſtofles an Miltljiades Malſtein zum Vaterlands- retter; ſo entzündete Herodot bei den olympiſchen Spielen Thucydides Jugend mit dem Wunſche und Gebet zu den Göttern: laſſet mich werden, was dieſer iſt! ſo dachte Cäſar einſt Alexanders, ſeines Geiſtes Ahnherrn, weinend, daß er in einem Alter, wo jener ſc<on' im Tempel des Jupiter Ammon ſchlief, noch nichts gethan, daß die Welt von ihm ſprechen könne; ſo ſtiegen in Mailand und Cremo» na: weiland über dem Schutt und den Leichen ge- ſchleifter Mauren und erſchlagener Bürger immer neue Kämpfer auf für Selbſtändigkeit und Freiz= heit; die Gefallenen hatten die Gewalt, die Leben- digen ungeſtümer urid freudiger in den Tod für das Vaterland zu reißen; ſo ſchwebte der Schatten des gemordeten Huß vor Luther; ſo winkten die edlen Geiſter von Hamden, Blake, Sidney der großen Seele Chathams zu; und ſo wird immer und ewig- lich Tugend aus Tugend, und Glorie aus Glorie blühen, wenn die großen Erinnerungen der Todten
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