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Der Bauernstand politisch betrachtet : mit einer Beilage / Ernst Moritz Arndt
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und Laren ihrer Väter,"und weihen ſich dem Dienſte des Vaterlandes. Zwiſchen Ehre und Tod, zwiſchen Treue unf Verrätherei, zwiſchen Verleugnung und Genuß kennen die Hochſinnigen keine Wahl. Sie ſte hen ja' da als die Vertreter des Unſterblichen und Bleibenven im Volke, als die erſten Geweiheten für die Aufopferung urd'den Di'nſt, wenn es ſeyn mus,/fär den Tod und-das.Verderbenz' ſie haben Feine anderen Anſprüche, als ſich dieſem geliebten Vaterlande ganz hinzugeben, wiſſend den Spruch des Evangeliums und des Ritterthums; Wer der Größte iſt/ der ſoll derDiener ſeyn. Dies Bild ſtellen'ſie dar den Kleinen'und den" Großen, und binden ſo- alle" zuſammen zu Einer Gewalt, Tugend und Herrlichkeit.

So ſollte es ſeyn, ſo könnte es vielleicot ſey. Wer wagt zu ſagen, daß es ſo iſt, ja daß es je ſo war? Freilich der Traum iſt' ſo ſüß, ſeine Väter gleichſam ewig gegenwärtig zu haben, von ihrer Sugend und- Kraft erwe>t und geſtärkt, von ihrem Ernſt. und Zora gewarnt und geſtraft zu werden; das Gefähl fd lieb, in'den Wiegen und an'den Wiegeanſtellen guoßer Menſchen"zu allem Hohen und Würdigen hingewiegt und hingewdhnt zu werden; der"Gedanke iſt ſv ſtolz, täglich an die erinnert. zu werden,"anwelchen der Faden unſers Daſeyns hängt. Aber. auch hier iſt mehr Täuſchung als Wirklichkeit,Waswar; gehbrt allen, und wenn es lebendig im Volke wandelt, 1was' es thun wird, wenn etwas Ewiges"in ihin' wirkte, und wenn wirk- lich ein Volk iſt=- ſo iſt die Tugend und Glorie der edlen Topten eines Volkes, eben ſo des Bür* gers und Bauern/ wie ihrer" Enkel und Urenkel; Denn Hermanne; Winkelriede, Naſſaue,'Schwerine, Leiveikße, Luther, gehdren mir wie ihren Nachkoms- men, wenn ich ſie mein zu machen weiß. Wenn die Gewalt der Bilder und Ahnen- ſv groß wäre,