gers ſoll dur< die Centripevalkraft des- Adels gehemmt werden, damit die Staats- maſchine nicht jeden Augenbli> in Ge- fahr ſey, zu Scheitern zu laufen. In dem Boden'der Erde, worauf der Adel gegrün- det werden ſoll, ſteht das Feſte; in der Verfeinerung der rohen Erzeugniſſe und in aller künſtlichen Thätigkeit und Be- triebſamkeit ſteht das Loſe des Staates. Hier iſt das Bild des Adels, wie er ſeyn ſoll. I) ſchildere es denn, als wenn. von Nachkommen der Kamillen und. Kurier, der Hermanne und Huto ten, der Schwerine und Ziethen geredet würde. Der: Inhaber des von liegenden Gründen iſt alſo ſo geſtellt, daß gemeines Bedütf- niß, und Triebe gemeinen Bedürfniſſes ihm nicht nahen dürfen. Draußen iſt Reichthum,. Glanz, Unabhängigkeit; drinnen Stolz, Hochſinn, Freimuth; kein Geiß, keine Feigheit, keine Eitelkeit, kein Neid, Fein Uevbermuth kann zu dieſen erhabenen Sißen und ihren Bewohnern durchdringen; wo die niede- ren Triebe nie erwe&t ſind, da haben die hohen ſich frei entwi>eln können... In“ ſolchem Sinn, in ſol- jen Umgebungen wachſen auch die Sdhne aufz hier bedarf es feiner Erziehung, ſte werden in dem Edlen gebohren, dazu gewöhnt. Hier ſtehen'von Geſchlecht" zu Geſchlecht die Ahnen der Väter in ihren glorreichen Reihen aufgeſtellt; die Helden, die im Kampfe für das Vaterland fielen; die Näthe und Diener des Königs, die: für ſeine Herrlichkeit. arbeiteten, für ſeine Sicherheit'wachten; die Lichter der Kunſt und Wiſſenſchaft, die, von Kindheit auf von dem Hohen. und Jdealen umleuchtet, ihre Son- nenbahn viel leichter dürchfliegen, als die Sdhne des-Bauren und Bürgers.' Dieſe heiligen Schat- ten der Vergangenheit winken freundlich zu den unter ihnen wandelnden Kindlein, ſprechen mit den
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Der Bauernstand politisch betrachtet : mit einer Beilage / Ernst Moritz Arndt
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137
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