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Der Bauernstand politisch betrachtet : mit einer Beilage / Ernst Moritz Arndt
Entstehung
Seite
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veraltet erflären. Aberſo gewiß ich weiß und glaube, daß alles Erſte und Urſprüngliche der Triebe,- Bedürfniſſe, Thätigkeiten in einem ge- wiſſen Sinn immer das Erſte bleiben muß, ſo

gewiß kann ich faſt augenſcheinlich zeigen, daß

das, was ſchon in den. älteſten Zeiten den Bauer zu dem tüchtigſten und kräftigſten Hal- ter und Erhalter der Dinge machte, ihn auch Fünftig dazu machen wird, ja machen muß. Denn jedes rechte und glückliche Men- ſchenleben geht zugleich nach oben und nach

- unten, nach innen und nach außen. Cin voll-,

Fommener, harmoniſcher Menſch iſt'nur derje- nige, bei welchem Leib und Seele im glücli- <en Gleichgewicht ſind. Daſſelbe gilt von dem Staat, der ja nichts Anderes iſt, als ein zuſammengeſeßtes Leben vieler Menſchen. Je- mehr das GeſchleHt durch Geiſt und Kunſt nach oben geriſſen und verflüchtigt wird, deſto mehr muß es durch Leib und Natur unten befeſtigt und geſchweret werden, gleihwie nach einem ſchönen Gleichniſſe der Baum die Wur- zeln tiefer in die Erde hinabtreibt, jemehr das Licht ihm Gipfel und Zweige nach oben hin- auf ziehet.. Der Menſch alſo, der bei aller Freiheit, die er ſucht, doh einmal ein verſtän- diger Menſc< werden ſoll, muß ihm ſelbſt ein Gleichgewicht, gleichſam eine irdiſcheSchwere, eine lebendige Erinnerung undwarnendeRe- gel ſeen deſſen, was ſeine Urahnen warenz denn ſonſt wird er und ſein Staat durchzu