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Der Bauernstand politisch betrachtet : mit einer Beilage / Ernst Moritz Arndt
Entstehung
Seite
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1 Aber wenn die Alten ſo klar und richtig ſahen, und ſo natürlich und verſtändig einrich» teten, warum ſind auch ſie vergangen? Wenn ihre Staaten auf dem Cwigen und Nothwen- digen, auf dem Menſchlichen und Natürlichen gegründet, waren, warum ſehen der Ilyſus, der Eurctas, der Alpheus, die Tiber jeßt nur verächtliche, ſchlaue, und ſvißbübiſche Sklaven? Das will ich ſagen. Die Alten richteten in Hinſicht des Politiſchen den Staat zwar herr? lich einz ſie ſtellten eine bewundernswürdige Scheidewand zwiſchen dem Politiſchen und Bür- gerlichen; ſie gründeten eine freie Unabhängig-| Feit unmittelbar auf dem Boden des Landes, das ſie beſaßen==" aber" bei dem höchſten Ir- diſchen und Politiſchen fehlte ihnen das hd<hſte Göttliche und Menſchliche: ſie hatten Skla- ven. Da-nur Naturkraft gewogen und Na- turherrlichfeit behauptet wurde, ſo erfanaten ſie 'allein den ſtolzen Bürger an, nicht den erha- benen Menſchen. Nur gegen ſich ſelbſt als Mitbürger waren ſie gerecht, ungerecht gegen alles Andere. So lange Rohheit, Troß, Na- turſtärfe die Dinge trugen, ging es luſtig und friſch mit ihren' Staaten. Sobald Bildung,

, Feinheit, Milde erwuchs, mußten dieſe Staaten

untergehen; dena nun ſahen ſie," wofür ihnen vorher die Augen fehlten 2 das Gegenbild der Gräuel ſtieg furchtbar anklagend gegen ſie em- por, wo Hünderkttauſende unterworfener Män- 'ner dienten, damit Zwanzigtauſende freier Bür?