ws ih um
Eine neue Geſeßgebung== ich meine die große des Staatsleibes=- muß und wird werden,„wie weiland die von Charondas und
: Muma, eine Geſeßgebung naH dem Maaß der
alten Welt, aber in dem Geiſt der. neuen Welt z denn das Alte lebendig machen wollen, Heißt das Neue tddten. Die Staatsverfaſſung muß ein Kunſiwerk werden, wo alles genau und- ſtreng ineinander greift, ein einfaches, leiHt überſehliches Kunſtwerk... Beinahe zwei
Jahrtauſeude haben wir in Kunſtloſigkeit fort-
geſchwankt, und durch alte irdiſhe Schwere und übrige phyſiſche Kraft trugen die Dinge
ſich immer no< ganz leidlich. Jeßt aber.
ſchwanken wir rettungslo8 in dem Ruin hinz venn in dieſem Zeitalter iſt Kunſtloſigkeit der Geſeßloſigkeit gleich. Weil kein Staat eine
aus Grundſäßen hergeleitete und in allen Thei-
len zuſammengreifende Verfaſſung hat, ſo iſt auch bei dem beſten Willen der Regenten,
Zufälliges und Nothwendiges, Kleines und "Großes, als gleichbedeutend und bindend in
einander gefloſſen; und in dieſem eben ſo lä-
<Herlihen als fürchterlichen Miſchmaſch iſt das
'Regieren keine bewußte Kunſt, ſondern ein
blindes"Umhertappen geworden. Grundein? richtungen, politiſche Geſeke, zeitliche und drt?
"liHe Edifte, Verordnungen, Einfälle ſind gleich
befehlend ausgeſprohenz und ſo hat ſelbſt das, was es abſichtlich nicht wollte, nichtig und deſpotiſch werden müjſen.
auzeiſtrindenen *


