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Claude Louis Berthollet über die Gesetze der Verwandtschaft in der Chemie / aus dem Französischen übersetzt mit Anmerkungen Zusätzen und einer synthetischen Darstellung von Berthollets Theorie von Ernst Gottfried Fischer, Professor der Mathematik und Physik an dem Berlinisch-Cöllnischen Gymnasium und Ehren-Mitglied der naturforschenden Gesellschaft zu Berlin
Entstehung
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$. 54. Abgeleitete Verwandschaft, 205 54. Wenn wir sagen, dafs sich die Doppelstofte

unter gewilsen Umständen als einfache verhalten, so sagen wir im Grunde nichts anders, als dafs jeder zusammengesetzte Stoff seine eigenthümliche Ver- wandschaftskräfte habe, denn nur durch diese cha- rakterisirt sich ein Stoff als ein solcher,

55. Man kann nicht zweifeln, dafs die Verwand- schaftskraft eines zusammengesetzten Stoffs, ein Be- sultat von den Verwandschalten seiner Bestandtheild sey. Berthollet nennt daher diese Verwandschaft eine abgeleitete(afhinite resultante), und die Ver- wandschaftskräfte der Bestandtheile die Grundver- wandschaften(affinites elementaires). Der Versuch aber die Entstehung der abgeleiteten aus den Grund- verwandschaften, zu erklären, ist ohne Zweifel der schwierigste und feinste Theil von Berthellers Tiheo- rie, und wenn die Bemerkungen, welche dieser gro- fse Chemiker im vierzehnten Abschnitt über diesen Gegenstand macht, die Sache nicht erschöpfen, so wird man doch nicht umhin können, den Scharfsinn

desselben zu bewundern,

56. Die Hauptschwierigkeit der Frage liegt darin, wie es zugehe, dals ein zusammengeseizter Stoff oft eine sehr wirksame Verwandschaft zeigt, von'‚wel- cher die Bestandtheile desselben kaum eine Spur zeigen, besonders dadie Verwandschaften durch wirkliche Verbindung der Stoffe geschwächt werden ($. 29.), Wir wollen ein einziges Beispiel erwähnen, um das Wesentlichste von Berthollets Erklärungsart

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