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Johann Christian Bergen's Anleitung zur Viehzucht oder vielmehr zum Futtergewaechsbau und zur Stallfuetterung des Rindviehes / mit Anmerkungen, Berichtigungen und Zusätzen neu herausgegeben von Albrecht Thaer
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XLIX
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XLIX vol'ends allen Gläuben, und ſchließt nach ſeiner Phi: [oſophie- daß jede Veränderung, jede Neuerung, unnmiß und unthunlich ſey.=- Ich beſcheide mich ſonſt gerne; und ich weiß es aus eigener Erfahrung, daß ver Bauer nicht beſſer, als durc< Beyſpiele gelehrer werden könne. Allein dieſe Beyſpiele müſſen von an- derer Art, ſie müſſen nicht aus Büchern geholet, ſondern auf Bernunft und Erfahrung gegründet ſeyn und auch in unerhebſichen Dingen nicht fehl ſchlagen. Der kleinſte Verſtoß giebt ſonſt zum Mißtrauen An- laß Geräth äber alles wohl, ſieht er die beſſere- Wirthſchafr neben feiner ſchlechtern figuriren, ſo wirv er aufmerkſam. Und iſt man ſo glücklich, nur einen aus der Gemeinde auf ſeine Seite zu bringen, und ihn. zur- Nachahmung zu bewegen; dann wird bäld der'ganze Haufe mit langſamen Schritten nachfolgen; ohngefahr wie von einem Haufen ſchnatternder Gän- ſe, wenn er in Bewegung geſeßt wird, eine der an-| dern geduldig zu folgen pflegt.

Niemand, als wer unter den gemeinen Wir- then gelebt, mit ihnen Umgang gepflogen, und mit ihnen zu ſchaffen gehabt hat, glaubt es vielleicht, wie ſiolz ſie nog auf ihre Wiſſenſchaft ſind!== Wex nicht ſelbſt ackert und ſäet, nicht ſelbſt Bauer iſt, den ſehen ſie für keinen kompetenten Richter an.= Seht voch' den Stubenwirth, den lateiniſchen kandwirth-=- ſagen ſie==den da, der nie einen Pflug in die Hand

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