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8 Einleitung. 5. 4.
die, um dev Gilde ihr Anſehn zu erhal!ten, iljre Freyheit und Ehrlichkeit, dur< den Ge- burtsbrief, beweiſen muſten. Nah- den Lehrjahren werden ſie, dur< den Lehrbrief, LoSgeſprochen, oder für Geſellen erklärt.
I+ Stat der Benennung Geſellen haben einige Handwerke nod das Wort Knecht beybehale- ten; 3. B. Müller, Bärer, Schuſter, Ger- ber. Noch im Jahre 1577 ſagte man in der Stadt Brandenburg? Schneiderknehte, S. Rinderling für teutſche Sprache, Berlin
794 8« S. 21. Entweder ſind dieſe Hand- = werte die älteſten Gilden, welche bey ihrer
f: Errichtung keine andere Gehülfen als Leibeiz gene oder Knechte haben kontenz3 oder ſie ſind
| jünger als die andern, und ſind noh lange
4 von den Unfreyen geirieben worden, da die
übrigen ſchon Gewerbe der Freyen waren;
wenn es nämlich wahr iſt, daß jemals eine
Handvoll Edelleute die ganze Nation zu Leib-
eigenen gemacht hat. Aber die Benennung
Rnecht hatte ehemals nicht den Nebenbegriff,
der jeßt auf Knechtſchaft oder gar Leibeigen-
ſchaft hinweiſetr. Alle Junggeſellen, ſo gar
Prinzen, hieſſen Knechte; ſv wie auch alle,
welche andern auf irgend eine Weiſe verbun
den waren. Luther nante Hofbediente, Apo- ſtel, Propheien und Könige Knechte, ſo wie auch die vom hohen Reichsadel ehemals des heil. Röm. Reichs Knechte hieſſen, Daher iſt | noch im Engliſchen der Name knight. Alſo
j in dieſer Bedeutung haben wohl die jungen
W| Gehülfen und Lehrlinge der Handwerker Knechte
geheiſſen, ſo wle ſie auch Knaben, Knaps
pen genant find; z. B. Tuchknap, Bergknap.
Noch jest heiſſen die Edelknaben oder Pagen
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