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Landwirtschaftliche Ankaufs- und Verkaufs-Genossenschaften, ihr Wesen und ihre Einrichtung : für die Praxis / bearbeitet von H. von Mendel
Entstehung
Seite
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Verkaufs-Vereine. 43

Ich möchte hinsichtlich dieses Verbrauchsartifels die mir aus ver Seele gesprochenen Worte zitieren, welche in einer Darlegung im„Fortschritt“ der Herr General- Sekretär Stö&>el-Inster- burg unter anderem gebrauchte:

„Die Beschaffung von Kleesaat unter Garantie des Ursprungs, der Keimfähigkeit und der Seidefreiheit wird mit jedem Jahre schwieriger und der Großhandel ist mit wenigen Ausnahmen gar nicht mehr im stande, den Ursprung der Saaten nachzuweisen, d. h. unter Beweis zu stellen. Der Handel wirft so ungeheure Mengen von Saaten hin und her, daß von einer nachweisbaren, unanfecht- baren Garantie in den meisten Fällen umsoweniger die Rede sein kann, als namentlich auch die einheimische Saat erst durch den Zwischenhandel in die Hände des Großhändlers gelangt und dieser daher die ihm gegebene Bezeichnung auf guten Glauben hinnehmen muß. Hier liegt ein Fall vor, wo nur gemeinsames genossenschaft- liches Vorgehen der Landwirte Hilfe schaffen kann.

Schlesien ist bekannt als beliebtes Produktions8gebiet von Klee- saat, es thut selbst aber wenig oder nichts, um seinen Saaten den Ursprung im Handel zu sichern. Würden die Saatklee bauenden Landwirte Schlesiens zu Saatverkaufs- Genossenschaften zusammen- treten, welche von den einzelnen Mitgliedern gebauten Klee sammeln, reinigen und dann unter der Garantie der Genossenschaft verkaufen, so würden sie nicht. nur ihren Kleebau und-Handel einen sicheren, festen Platz im Welthandel sichern, sondern auch denjenigen Distrikten Deutschlands, welche mit Vorliebe schlesische Saat beziehen, einen großen Dienst erweisen und sie würden gleichzeitig sich selbst den größten Nutzen schaffen und ihre Saat viel höher verwerten als jezt.

Die Produzenten eines oder mehrerer Kreise, welche jährlich Saatklee bauen, könnten solche Genossenschaften sehr leicht und sehr einfach organisieren. Die Form der eingetragenen Genossenschaften würde wahrscheinlich nicht nötig sein, es würde meistens eine ein- fachere und losere Form genügen.

Es würde, um ein Beispiel zu nehmen, schon ein guter An- fang gemacht sein, wenn si< 50--60 Produzenten in Freiberg,