Teil eines Werkes 
2 (1824)
Entstehung
Seite
8
Einzelbild herunterladen

6. 106.

Den A>er brachen(ugarolni) heißt ſo viel, als ihn durch wiederhohltes Pflügen und Eggen ete- lodern, lüften, und reinigen, und ſolchergeſtalt für die nachfolgenden Saaten beſtens vorbereiten. Brache, BrachaFer, Brachfeld(ugar, ugar-ſöld) heißt alſo der AFer nur dann, wenn er wirklich dieſen Vorbereitungsarbeiten unterworfen wird, und wenn daher Manche(wie es wohl von modernen Halb- wiſſern häufig genug geſchieht) den Dreeſch- oder Dreiſchad>er(parlag, parlag-föld) der ein oder mehrere Jahre ohne alle Bearbeitung ruhig der Begra- ſung überlaſſen wird, mit der Brache verwechſeln, und beyde Ausdrü>e für völlig gleichbedeutend halten, fo liefern ſie uns freplich einen ganz unwiderſprechlichen Beweis, wie jämmerlich arm ihre Kenntniſſe ſelbſt

in den erſten Grundzügen unſers Gewerbes ſeyn m0-

gen,= Da nun aber die Brache dieſen ihren Namen nur in ſo ferne und in ſo lange verdient, als ſie wirklich den AFer durch Bearbeitung vorbereitet, ſo unterſcheidet man ſie noF in ganze und in halbe Brache(Hegebrache). Erſtere iſt die, welche von Beendigung der Frühlingsſaat bis zur Ausſaat des Wintergetreides, oder wohl auch ſchon den vor- hergehenden Herbſt bearbeitet wird; leßtere, welche wegen Mangel anderer Weide, bis Ende Juny, oder gar bis zur vollendeten Getreideernte, unberührt ge- laſſen wird, und dann erſt ihre Vorbereitungsarbeiten erhält. Ich möchte die erſtere noch in vollkommene Brache und in Sommerbrache unterſcheiden,