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dem Urtheil der Wollhändler bedeutend herunter- geſeßt würde. Man habe mehrere Male von den: einen Gute Schaafe auf das andere ge- bracht, und jedesmal habe ſich ihre Wolle ver- ändert, auf dem erſten ſey ſie weicher, auf dem andern ſpröder geworden.
Bei den Verhandlungen über die Wirkung der ſtärkeren oder ſchwächeren Fütte- rung war die Meinung geäußert worden, daß ſich in Sachſen die Wolle bedeutend verſchlechtert habe, und daß daſſelbe beſonders ſeit dem leßten Kriege geſchehen ſey. Herr G. v. Hohenthal forderte daher die Wollhändler auf, darüber ihre Bemerkungen mitzutheilen. Dieſe verſicherten, daß es allerdings der Fall ſey, Mehrere fügten aber hinzu, daß es wohl mehr die Folge des Gebrauchs fremder Bd>e, als der zu ſtarken Fütterung ſeyn könne. Herr G. v. Hohen- thal warf ein, daß die Verſchlechterung der ſächſiſchen Wollen vielleicht nur in ver hdhern Anſicht, welche ſie jekt von Wolle hätten, oder in einer Verbeſſerung der Sortimente ſelbſt liege, und frug, ob die Herren nicht noM Proben der
- älteren, beſſer ſeyn ſollenden Wolle beſaßen. Herr
Trinius entgegnete, daß ihre Sortimente noch dieſelben wären, und daß ſie keine höheren For- derungen an Elecka machten, als früher, jedoch fänden ſie jeht in allen Schäfereien bedeutend geringere Quantitäten für die höhern Sorti- mente, als vormals. Er glaube, daß die Ur- ſahe in der vermehrten Körnerfütterung läge, und kenne Schäfereien, die vormals 115 Stein ſchoren, und darunter mehr Electa lieferten, als jeßt, wo ſie bei Körnerfutter 433 Stein ſchee- ren. Herr G, v. Hohenthal glaubte, dieſen Nachtheil der Körnerfütterung ni<mk zugeben zu dürfen, und führfe an, daß die Königlichen
Stammſchäfereien ſeit Anbeginn ſehr ſtark Kör- ner gefüttert hätten, und daß ihre Wolle deswe- gen doch für die vorzüglichſte aller Wollarten anerkannt worden ſey. Herr v. Raumer führte ſeine eigene Schäferei als Beweis, daß die ſtär-" kfere Fütterung die Wolle nicht vergröbere, an, indem ſeine Wolle bei einer außerordentlichen Fükterung immer gleich fein bliebe. Herr Tyi- nius legte dies der durchs ganze Jahr ſich gleich bleibenden ſtärkeren Nahrung bei, in wel- hem Falle ſic) auch die Wolle allerdings gleich bleibe. Herr B.-v. Rothkir< erklärte, daß man ſeine frühere durc; maſtiges Futter erzeugte Wolle ſtets getadelt habe und daß ſie jekt von den Käufern wegen der vortkheilhaften Verände- rung, die ſie durch ſchwächere Fütterung erlitten,
-Faum wieder erfannt worden ſey. Herr von Brüned> theilte eine dem ganz entgegengeſelzte
Erfahrung mit, wo die Wolle bei ſchwächerer Fütterung tadelhafter geworden ſey, Herr-Tri- nius beharrte feſt auf ſeiner Meinung, daß zu reichliches Futter ſchade, und machte als Bei- ſpiel auf die Veränderung aufmerkſam, die ein gewöhnliches Schaaf erleide, wenn man es in das Haus nähme, und dort ſehr ſtark nähre; es würde jeder bemerken, daß die Wollhaare viel gröber ſeyen, als früher, worin-.ihm Herr Spe> auch ganz beiſimmte.
Die mannigfaltige Verſchiedenheit der Mei-
nungen über dieſen Punkt führte nur zu dem Reſultat: daß die Frage nur durch fernere com- parative Verſuche, bei welchen alle andere Ein- flüſſe aufs ſorgfältigſte abgeſchnitten werden müßs= ten, vbllig entſchieden werden könne.
Herr v. Raumer theilte noch die hierher gehdrende Bemerkung mit, daß die mit Heu reichlich) gefütterten Thiere ein weit volumind- ſeres


