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Auszug aus den Protokollen des Leipziger Woll-Convent's im Jahre 1823 :
(gedrucktes Manuskript für die Herren Mitglieder und Theilnehmer desselben)
Entstehung
Seite
XXII
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miſcht fänden, in beſondere Ballen oder Dunge bringen ſolle. Es ſcheine ihm, als ob dies den Wollhändlern zur leichtern Ueberſicht der Waare doc< immer angenehmer ſeyn müſſe, wenn es mit derjenigen Kenntniß, die ſich jeßt immer mehr unter den Wollproducenten verbreitet hätte, geſchähe,.

Es erhob ſic) hierüber eine lebhafte Dis- cuſſion, indem ein Theil der Herren Wollhänd- ler zu wünſchen ſchien: man möge ſich lieber al- ler Abtrennung enthalten, und die ganze Maſſe, ſo wie ſie geſchoren worden, zum Verkauf auf= ſtellen. Andere dagegen fanden dies Verfahren ſchr zwe&>mäßig, wenn es wirklich mit Kenntniß und Treue geſchähe, und man vereinigte ſich end= lich dahin, daß unter dieſer Vorausſezung, und wenn der Unkerſchied der Thiere in den Heerden noch bedeutend ſey, die Sonderung der Vließe, ohne jedoch eine Zerreißung derſelben vorzuneh- men, empfohlen werden müſſe. Was man dagegen ſage, begründe ſich auf einzelne Fälle, wo dieſe Abſonderung ohne Kenntniß gemacht worden, und man ſich eingebildet habe, Electa- und Priz ma-Sortimente zu liefern, und darauf dann ei- nen Preis geſeßt, den dieſe Sortimente nie er- reichen konnten, Wenn ſic) eine richtige Beur- theilung der Wolle unter den Producenten mehr - verbreite, werde dies wegfallen.

Ueber die Qualität der Wolle, welche man Walkfähigkeit, auch wohl Krimpfkraft,

nennt, wußten die Herren Wollhändler wenig.

beſtimmtes anzugeben, nur der Fabrikant Herr Brehmer ſagte einiges darüber, welches jedoch dieſe Eigenſchaft nicht erklärte.

Bei der Frage über die wünſchenswertheſte Länge der Wolle, und ob Tuchwolle auch zu kurz ſeyn könne? bemerkte Herr Brehmer, daß

zu dunklen Farben eine Wolle von drei Zoll aus- gedehnter Länge erforderlich ſey, indem ſie von

dieſen Farben angegriffen würde; zu den hellge-'

färbten Tüchern könne ſie aber unter drei bis herab zu einem Zoll.lang ſeyn. Wie man ihm entgegnete, daß ja die Wolle in der Krempel in fürzere Enden zerriſſen würde, erwiederte%, daß ein Theil der Haare zur Zuſammenhaltung der übrigen, immer ſeine Länge behielte, Einige zu- fällig vorgelegte Proben, die in der Ausdehnung wirklich keinen vollen Zoll maßen, erklärte er der Kürze wegen ſchon für tkadelhaft.

Da man jeßzt noh oft den Tadel der Wolle, daß ſie zu lang ſey, vernehme, ſo ward die Frage gethan: ob bei der Dispoſition gewiſſer Stämme eine lange Wolle zu erzeugen, eine halbjährige Schur nicht rathſam ſeyn könne? Herr Thaer meinte, daß man ſich dadurch nur doppelte Spi- ßen, welche von der Einwirkung der Luft auf die Oberfläche des Vließes bewirkt würden, er-= zeugen möchte. Herr Köhler äußerte über die doppelte Schur, daß man die Waare aus die- ſen halbjährigen Wollen nicht mehr liebe; man habe früher viele Tücher gus Lauſitzer Sommer-

wollen nach der Levante geſandt, dies ſey jeht aber vorüber. Herr Brehmer ſeßte noch hin--

zu, daß man die guten Winkerwollen zu melir- ten Tüchern ſehr gut brauchen könne, ſo lange die niederländiſchen Maſchinen nicht allgemein verbreitet wären und die Handkrempel noch ge- bräuchlich ſeyen; in Schleſien würden noch viele Tücher aus zweiſchürigen Wollen gemacht.

Bei der Frage: was unter trüber Wolle verſtanden werde? ſagte Herr Thaer, daß die Wollhändler mit Unreinigkeiten gemiſchte und erſt auf verſchiedene Art zu reinigende Wolle darun- ter verſtänden, daß aber von den Züchtern häu=

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