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Auszug aus den Protokollen des Leipziger Woll-Convent's im Jahre 1823 :
(gedrucktes Manuskript für die Herren Mitglieder und Theilnehmer desselben)
Entstehung
Seite
XVII
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23767. Bib die

FE ZER:

welche Herr Blo>X ihm ſpäter überſandte, wo- von die eine 25 die andere 16 Biegungen, beide aber gleiche Feinheitsgrade nach dem Dollond- ſchen Eirometer beſaßen. Zur Zählung der Bo- gen bediene er ſich eines auf einen ganzen oder halben Zoll geſpannten Zirkels; Herr Blo> aber kleiner metallner Inſtrumente, welche gleichſam wie ein Kamm, einer jeden Zahl entſprechende Zähne hätten; ganz beſonders zwe&mäßig erſchiene aber ein von Herrn Cruſius vorgelegtes klei- nes und einfaches Inſtrument des Mechanicus Tauber in Leipzig, welches 14 Thlr, 20 Gr. Foſtet, zu ſeyn. Cs würde jedoch ſchr trüglich ſeyn, die Zählung der Bogen im einzelnen Haar vorzunehmen, indem bei dem Entwickeln deſſel- ben, eine mehrere oder mindere Dehnung unver-= meidlich iſt; man zählt alſo die Bogen in den zuſammenhängenden kleinen Strängen, die ſich in einem Stapel gleichſam in der Geſtalt eines Strumpfgewebes zeigen, weswegen man ſie denn wohl auch Maſchen genannt hat,

Dieſe ſogenannten Maſchen welche von mehr oder weniger enge mit einander vereinigten und mit ihren Bogen ſich in einander falzenden Haaren, gebildet werden, zeigen ſich in ungewa- ſchenen und gewaſchenen Stapelproben, mehr oder minder in die Augen fallend und gleichſam eingekerbt. Zuweilen aber findet man Vließe, bei denen ſie kaum den Augen bemerklich ſind. Unter den Wollzüchtern ſey darüber eine bedeu- tende Verſchiedenheit der Meinungen, indem man diejenige Wolle, wo man die Einfalzungen im ungewaſchenen Zuſtand nicht erkenne, für tadel- haft gehalten und Manche es als ein Zeichen von einer Ungleichheit der Haare, in der Fein- heit ſowohl: als in der Bildung der Bogen, anz genommen haben, wogegen Andere zu ſtarke Einz

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kerbungen ſchon als einen Uebergang zum Zwir- nen, welcher ſi) nach. der Wäſche noch deutli- c<<er zeige, betrachteten. Der Präſident ließ da- her drei Bo>vließe vorlegen, von denen No. 5. die ſehr ſcharfen, No. 6, dagegen die ſehr ver- waſchenen oder undeutlichen Einkerbungen, und No. 7. einen mittlern Grad derſelben, verſinnlichen ſollten und. welche ſich übrigens in Feinheit und Stapelbauziemlich gleich waren.. Die Herrn Wollhändler fanden die vorgelegten Gradationen von ſchärfern und ſc<hwächern Einkerbungen ganz richtig eingetheilt und bemerkten noh daß das

Vließ No. 6. hb<ſt vorzüglich ſey, No. 5. da-

gegen wegen der zu ſtarken Kräuſelung ſchon zum Zwirnen Neigung habe.

Hiernach wäre denn eine ſo gebildete Wolle wie die von No, 6., an welcher man im ungez waſchenen Zuſtande nur bei ſehr ſcharfem An- bliF im hellen Lichte, etwas jenen Einkerbungen ähnliches erblike, dann aber doch eine große Regularität in derſelben wahrnehme, keineswegs tadelhaft und man müſſe ſelbige von derjenigen unterſcheiden, wo eine Verworrenheit der unglei- <hen Haare einen gleichſam gefilzten oder trü- ben Anbli> gebe, Hieraus folgte aber nicht, daß Einkerbungen, wenn ſie auch ſehr deutlich in dem Stapel erſchienen, tadelhaft ſeyen, wenn ſie ſic) nur regulair geordnet und zuſammenhän- gend, ohngefähr wie die Oberfläche eines feinen Strumpfgewebes zeigten, und ſich beim Augsgein- anderziehen leicht und völlig in einzelne Haare entwieln ließen, wogegen eine ſtarke Vereini- gung in einzelne dünne Stränge, die, weil ſie gewiſſermaßen von einander abgeſchieden ſeyn und kein Zuſammenhängendes bildeten, keine parallele Lage gegeneinander behielten, minder beliebt ſey, weil ſie ſhon eine Annäherung zu dem Fehler des Zwirnens oder Perlens andeute,

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