. Wolle beachtet werde.
- Haars, welche in der Maſſe das Gefühl der
Sanftheit giebt, immer mit der Feinheit im Verhältniß ſtehe? ward faſt von allen Wollken= nern dahin entſchieden, daß dieſes nicht, ſondern daß Sanftheit eine beſondere Eigenſchaft ſey, in- dem feinere Wollen vorkämen, welche ſie weni- ger beſäßen als andere grbbere, obwohl ſie ſich am häufigſten mit der hdheren Feinheit verbände, Es ward die Meinung geäußert, daß ſchlichtere Kammwollen mit ſehr gedehnten Bogen, mehr Sanftheit im Gefühle, als die gekräuſelten bez ſäßen, worauf aber erwiedert wurde, daß das Gefühl der Glattheit und Weichheit, welches die ſchlichten Wollen geben, von jener Sanftheit und Geſchmeidigkeit zu unterſcheiden ſey. Herr Thaer war der Meinung, daß gerade die gegen den Dru nachgiebige Elaſticität das ſanfte Gefühl bewirke, wogegen Herr Brehmer glaubte, daß
. die Elaſticität doch etwas verſchiedenes ſey. Herr
Thaer gab zu, daß es eine dem Dru wider- ſtrebende Elaſticität gebe, die mehr Starrheit zu nennen ſey, alſo der Sanftheit und Geſchmeidig= keit entgegen ſtehe. Wenn wir aber Elaſticität im eigentlichen Sinne des Worts, nämlich als das Streben in die vorige Geſtalt wieder zurück- zutreten, annehmen, ſo könne ſie bei der hd<ſten Nachgiebigkeit beſtehen und das Gefühl der Sanftheit vorzüglich bewirken. Wie man ein
Polſter oder Kiſſen ſanft nenne, welches dem'
Dru> leicht nachgäbe, beim Nachlaſſe deſſelben ſich aber wieder erhebe und ſeine vorige Geſtalt annchme, ſo auch die Wolle. Das Starrere werde ſeine Elaſticitäf dadurch zeigen, daß es beim nachlaſſenden DruF oder Ausre>ung, ſchnell in ſeine vorige Geſtalt zurü&ſpringe; das Sanf= tere aber dadurch, daß es langſam in ſelbige zu- rüctrete, ein Merkmal welches auch bei der Die Geſchmeidigkeit und
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das angenehme Gefühl der hochfeinen Wollfa- brikate, ſcheine ihm von der nachgiebigen Elaſti- cität abzuhangen. Beim Mangel der Elaſticität könne ſich wohl Weichheit, aber nicht das aus der Nachgiebigkeit herrührende Gefühl der Sanft- heit finden,;
Die ſchon längſt gemachte Bemerkung daß die Dichtheit der Bogen, welche ſich ſowohl
im einzelnen Haare, als in den, durch mehrere
beſonders, zuſammenhängende Haare gebildeten Strängen, zeigten, in der Regel mit dem Fein- heitsgrade übereinſtimmend ſey, war durch Herrn Wagner in ſeiner Schrift über Wolle, als ein ſo ſimeres Merkmal des Feinheitsgrades darge- ſtellt worden, daß er die Zahl der Bogen die man auf die Länge eines Zolls zähle, als einen zuverläßigen Feinheitsmeſſer aufſtellte, Der Herr Amftsrath Blo.> auf Sierau hatte dies durch viele mit dem Dollondſc<hen Eirometer ge- machte Meſſungen beſtätigt gefunden, und dem Präſidenten eine Probenkarte mitgetheilt, welche dieſer vorlegte, worauf Wollproben, welche 33 Bogen auf den engliſchen Zoll hatten, bis herab zu ſolchen die nur 40 Bogen enthielten, befind- lich waren und denen der durch den Eirometer gefundene Durchmeſſer einer jeden, beigefügt war, woraus fich eine völlige Uebereinſtimmung und Beſtätigung jener Wagnerſchen Behauptung er- gab. Es zeigte ſich auch daß die ſämmtlichen Herrn Wollhändler derſelben Meinung waren, Der Präſident fügte jedoch) hinzu, daß ſo zu- treffend es auch in den allermeiſten Fällen und beſonders bei den ſächſiſchen Eleckoralwollen ſey, es dennoch Ausnahmen bei den mehr ſchlichteren Wollen, welche ſehr flache und gedehntere Bo- gen haben, erleide und legte um dies zu beſtä- tigen, neben jenen auch noch zwei Proben vor,


