ſeinen Stamm gebildet und dieſen rein erhalten, Es ſey auch natürlic) daß ſich bei irgend guter Verpflegung die beiden in den ſechsziger und ſieb- ziger Jahren aus Spanien erhaltenen Transporte, dermaßen müßten vermehrt haben, daß der grdß- te Theil der ſächſiſchen Schäfereyen jet damit beſekt ſeyn könnte, Wenn alſo auch die meiſten Schäfereyen zuerſt mit Meſtizen angefangen hät- ten, ſo würden ſie doM? ohne Zweifel ſich be- müht haben, von den Merzen der Köngl. Schä- fereyen und in der Folge von den hieraus ge- bildeten, immer mehrere zu erhalten, und ſo lie- ße fich vielleicht annehmen, daß die beſſeren und nach hdherer Veredlung hinſtrebenden Schäfercyen jezt von ganz reinen Stamme ſeyen, der aber nur durch die beſondere Auswahl der Zuchtthiere welche man in Sachſen nach anderen Rü>kſichten als andere Länder gemacht habe, einen eignen Character erhalten hätte,
Es wurden nun von Mehreren, verſchie- dene Kennzeichen angegeben, wonach man ächte Merinos von Meſtizen ſolle unterſcheiden können,. deren Unzuverläßigkeit aber von den Meiſten anerkannt ward. Jnsbeſondere glaubte der H, B. v. Rothkird, daß ein in der Fein- heit“ bedeutend zurüFſchlagendes Hintertheil ein Fehler der Meſtizen ſey, wogegen aber Herr Thaer äußerte, es ſcheine ihm im Gegentheil eine ungeregelte Gradakion der Feinheit auf den verſchiedenen Körpertheilen immer verdächtig und er erinnere ſich bey Meſtizen häufig feinere und ſanftere Wolle auf dem hintern Theile des Kdr- pers als auf den Schultern und überhaupt ſol- <e Wolle fleXweiſe, gefunden zu haben; wes- halb ihm eine Verſchiedenheit der Wolle, die nicht der, den Merinos eigenthümlichen Ordnung entſpreche, ſo wie auch die verſchiedene Feinheit der Haare in einem Stapel, von Unechtheit der
2
Abkunft zu zeugen ſchiene; welcher Meinung auch Mehrere beitraten.
Ueber die Lämmer undihre Haarigkeit, mit Rüſicht der in den Möglinſchen An- nalen geſtellten Fragen, wurde nichts entſcheiden- des vorgetragen. Die Mehrheit bezeugte daß immer einige Lämmer mit Haaren in allen Sch8- fereyen geboren würden, jedoch verſicherten Eini- ge, daß ihnen ſolche gar nicht vorkämen,. Jns- beſondere erklärte ſich Herr v. Raumer dahin; daß man die weicheren ſogenannten Milchhaare von den harten und ſtarren, ſtreng unterſcheiden müſſe, indem erſtere ſehr bald ausfielen und mit- hin gar nicht ſchädlich ſeyen, leßtere aber einen dauernden Nachtheil auf das Vließ des künfti- gen Schaafes zu äußern pflegten.
Ueber die Erkennung des künftigen Wollcha- rakters an den Lämmern, hatten zwar Mehrere verſchiedene Bemerkungen gemacht, unter welchen ſich aber feine vbllige Uebereinſtimmung fand, ſv daß die Entſcheidung dieſes Punktes, künftigen noc< genauern Beobachtungen überlaſſen werden mußte.
Da neuerlich auf die weiße, oder gelbe F ar- be des Schleims in welchem die Lämmer ge- boren werden, Aufmerkſamkeit gerichtet worden, ſo ward die Frage: welchen Einfluß ſie habe? darüber vorgelegt, aber keine andere Beobachtung mitgetheilt als folgende von Herrn Lueder, dem die Farbe des Schleims von der Füt- terung der Mütter abzuhängen ſchien; er habe nämlich in einem Jahr ſeine Mütter ſtark mit
«Eicheln genährt und die Schäfer hätten voraus-
geſagt daß die Lämmer alle recht gelb fallen würden, welches dann auch wirklich in ſehr ho- hem Grade eingetroffen ſey.
Ueber die ſtärkere Einwirkung des männli- <Hen oder weiblichen Characters auf das Lamm, ; 4


