verſehen ſey und nur in Tertia kommen könne. Nr. 42 war beſſer gewachſen und konnte zum Prima Sortiment gebracht werden. Ueber zwei andere, mit erwärmtem Waſſer gewaſchene- fantado-Vließe aus derſelben Schäferey, wurde geurtheilt, daß ſich die Wolle: derſelben beſſer machen würde, wenn ſie auf die gewöhnliche Art gewaſchen ſey. Einige Herren fanden Nr. ND zu lang ausgewachſen, welches andere wiederum beſtritten; ſie hielten es für beſſer und fließender als Nr. 14, welchem das Cdle der Infantado- Wolle fehlen ſollte.
Die Vließe Nr. x6, mit„Spaniſc<“ und Nr. 17 mit„Sächſiſch“ bezeichnet, wurden von den Herren Campe und Köhler, beyde für Electoral's erklärt, wenn gleih Nr. 16 in ver Feinheit zurüſtände;
Vier Vließe Nr. 18 bis 21 aus einer ſchle- ſiſchen Schäferey wurden einſtimmmig als.vor- treffliche Electoral's anerkannt und konnten mit Ausnahme von Nr. 19, welches Prima enthielt, ganz in das Electa-Sortimentfommen. Ganz beſonders gefiel Nr. 20. ein Bovließ, von welchem die Herren Sachverſtändigen erflär- ten, ſelten etwas vorzüglicheres geſehen zu„ha- ben.! Zwey ſächſiſche Electoral-Vließe Nr. 27 2 und b. hielt man für weniger gut als die vor- hergegangenen, fand den Wuchs der Wolle übri- gens ſchön und mit Milde und Seidenartigkeit begabt. Bey der Beſichtigung zweier anderer ſächſiſcher Vließe Nr. 30 a und b warf der Präſident die Frage auf, ob ein'Vließ wie Nr. 30 a ungeachtet ſeiner Feinheit, für den Pro- ducenten nicht ſchon unvorkheilhaft ſey, indem es zu leicht wäre; das weniger feine aber Fräftige- re und ſchwerere Vließ b würde vielleicht vor- theilhafter zu erzeugen ſeyn. Herr Hinzelmann wollte dies bei den vorliegenden Vließen nicht
zugeben, weil b wegen des bedeutenden“ Abfalls
einen geringern Werth habe als ay welches faſt.
ganz Electa enthalte und dadurch das geringere Gewicht erſeße. Kae 1:
Ein am Schluß dieſer Beſichtigungen noch eingebrachtes Infantado-Vließ aus Gerſtungen wurde als Muſter von Schlechtheit vorgeſtellt und war als ſolches wahrhaft intreſſant. Herr Campe beurtheilte es als ſehr hart, rauh und grob, dabei ſtark zwirnend; zu einem mittleren Manufact ſey es unbrauchbar und nur etwa ganz grobe Tücher ließen ſich daraus be- reiten. Herrn Köhler ſchien dieſe Wolle auch platthaarig zu ſeyn.:
Der Gang der Verhandlungen betraf nun die Meſtizen, oder die von der einheimiſchen deutſchen Raße durc) den Gebrauch von Meri- no8-Bö>en erzeugte beſondere Raßez die Mei- nungen waren in Anſehung derſelben ſchr ge- theilt und der Mehrheit ſchien es zweifelhaft, ob es irgend ein karacteriſtiſches Merkmal gebe, wodurch man ſie von Thieren des reinen Meri» nos-Stammes unterſcheiden könne- Cs ward die Behauptung aufgeſtellt, daß alle ſächſiſchen
'Schaafe außer den kbniglichen Schäfereyen, Mez
ſiizen ſeyen, weil zur Zeit der Bildung der übri- gen Schäfereyen, keine- Müttter, ſondern nur Bd>e abgelaſſen worden wären. Herr Thaer glaubte dies nicht zugeben zu können, da er aus ſihern Nachrichten wiſſe, daß Mehrere und na- mentlich der Miniſter von Heynilz und der Ba- ron von Fletſch er, wenn auch nicht von den aus Spanien ſelbſt gekommenen, doch von ihnen rein abſtammenden Müttern oder Lämmern, welche erhalten und daraus einen reinen Stamm gebil- det hätten. Auch habe der berühmte Schaafzüch- tex Fink zu Cdſißz dafür, daß er die Kur der Räude an den ſpaniſchen Schaafen bewirkt, ſich
einige der allerkränkſten ausbedungen und daraus'
ſei


