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Auszug aus den Protokollen des Leipziger Woll-Convent's im Jahre 1823 :
(gedrucktes Manuskript für die Herren Mitglieder und Theilnehmer desselben)
Entstehung
Seite
IX
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geſchlagenen Namen Spaniſ<" und Jmpe- rial. Durch die nach längern Debatten erfol» gende Abſtimmung ergab ſich, daß ſich die Mehr- heit für den von dem Präſidenten als hiſtoriſch richtiger vorgeſchlagenen Namen;

Infantado erklärte.

In Anſehung der zu benennenden Raßen- Unterabtheilungen, machen die gedrängte- ren und gedehnteren Bogen des Wollhaars den weſentlichſten Unterſchied aus; bey erſteren ſtellt ſich die Wolle im Stapel, bey gleicher Länge des Fadens kürzer, bey letzteren länger dar. Man entſchied ſich zur Bezeichnung dieſes Unterſchieds für die Benennung

gedrängt und gedehnt gekräuſelt,

Da einige Wollhändler und Fabrikanten un- ter Kräuſelung aber einen Fehler- verſtehen und die zu ſtark eingeferbte oder gezwirnte Wolle da- mit bezeichnen, ſo mdchte es zur Vermeidung von Mißverſtändniſſen gerathener ſeyn, daß man ſtatt obiger Benennung ſage:

Wolle mit gedrängten und gedehnten Bogen. j

Einen damit in Verbindung ſtehenden Un- terſchied macht die natürliche Länge oder Höhe des Stapels aus. Um auch hier einem mögli- <en Mißverſtändniß zu entgehen, warf der Prä- ſident die Frage auf: ob die Länge der Wolle ſo beurtheilt werde, wie ſie ſich ungere>t im Stapel, oder wie ſie ſich ausgedehnt darſtelle? worauf die H. H. Wollhändler das leßtere bei Beurtheilung der Länge auzunehmen, erklär- ten. Hiermit in Uebereinſtimmung zu kommen, nahm man die vorgeſchlagenen Ausdrüe:

hoch und niedrig geſtapelt zur Beſtimmung der natürlichen Stapelhdhe des Vließes an; es könne mithin ein niedriger Sta- pel, der gedrängtere Bogen habe, ſich alſo mehr

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dehnen laſſe, länger ſeyn als ein hoher der ſich weniger dehnen laſſe.

Obgleich im Allgemeinen die Wolle mit ge- drängten Bogen, ſtumpfe Stapel mit geſchloſſe- nem Vließe, dagegen die mit gedehnten Bogen, ſpie Stapel mit offenem Vließe, zu bilden pflegt, ſo iſt dies do<?) nicht ſo allgemein zutreffend, um nicht dieſen Unterſchied noch beſonders zu be- rüFſichtigen und die Benennung?

ſtumpf und ſpiß geſtapelt als Unterſcheidungszeichen anzunehmen.

Ueber diejenige Raße, welche eine ſehr flach gefräauſelte oder gedehnt gebogene Wolle liefert und welche Herr Thaer bisher mit dem Na- men Moncey-Raße belegte, fanden ſich keine Mittheilungen und man ließ es daher bei dieſer Benennung bewenden, Da die Wolle dieſer Ra- ße meiſtens nur für den Kamm geeignet iſt, ſo ward.die Frage aufgeworfen, welches die paſſen= ſte Länge zu dieſem Gebrauch ſei? worauf Herr Köhler erwiederte, daß eine Länge von 6=- 9 Zoll im ausgedehnten Stapel am Beſten ſeyz doch könne ſie wohl auch. norm länger ſeyn, und er ſelbſt habe fürzlich eine einjährige Wolle, die die merkwürdige Länge von 48 Zoll gehabt habe, verarbeiten laſſen; ſolche Länge Fomme aber bei Merinos nicht vor.

Nachdem ſo die Verhandlungen über die Merinos-Raſſen und ihre Benennungen beendigt waren, ſchlug der Präſident vor: einen Theil der Vließe, die Bezug darauf hätten, zu beſichti- gen und ſich dadurch das Verhandelte noch deut- licher zn verſinnlichen.

Zuerſt wurden zwei Infantado-Vließe aus der Kdönigl. Würtembergiſc<hen Privatſchäfe-'

rey zu Achum vorgelegt, die ungewaſchen waren.

Die H: H+ Sachverſtändigen erklärten das Vließ Nr, 11 für fehlerhaft indem es zwirne, auf dem Widerrüſt mit matter(todter) Wolle

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