8 NOtdA GIESSE NSIA.
OBSERVATIO II.
Von etlichen Stuͤcken aus der Weltweißheit/ ſo den Gottesdienſt angehen.
2/ Ch weiß mich nicht zu erinnern/ daß ich jemals einen rechtſchaffen deutlichen Begriff von der Liebe und Forcht Gottes/ von dem Vertrauen auff Ihn/ vom Bethen/ und GOtt dancken vernommen/ welcher mei⸗ . nem Verlangen/ alles aus dem Grund zu wiſſen/ genug gethan haͤtte Ich er innere mich aber/ daß in allen Faͤllen/ da ich mich um dieſe Begriffe erkundiget/ nichts als Woͤrter durch andere Woͤrter, die eben ſo wenig verſtaͤndlich waren(1.)/ erklaͤret worden. Ich habe
in ſpecie, ubi cœtum alicquem hominum certum cognitionis& attentio- nis gradum poſſidenrium, qui ſiul in certas venire circumſtantias ſuppo- nuntut, conſiderare ſolum placuerit, quod tamen ad Theorematis demon- ſtrationem nihil eſſet facturum, ſi vel maxime hic inventu facilis eſſet aut poſſibilis mufritudo actionum empiricarum& non empiricarum. Suppoſitum enim eſt alienum ab co, quod in quæſtione attenditur.
(1.) GOtt lieben hat man erklaret/ daß es geſchehe/ wann manihm mit gan⸗ tzem Hertzen anhange/ da doch dieſes Anhangen/ und zwar mit gantzem Hertzen anhangen/ eben ſo wenig verſtaͤndlich iſt/ als Lieben; oder man hat durch G Ott lieben andeuten wollen/ daß man ihn fuͤr das hoͤchſte Gut halte. Ob nun ſchon dieſe Auslegungetliches von der Sache ausdruͤcket/ ſo iſt es doch weder die Hauptſache/ oder das alles, was in der Seele ge⸗ ſchicht/ wann man G Ott liebet/ noch der gantze Beweg⸗Grund darzu/ ſondern es iſt ein Theilchen des Beweggrundes/ und bleibet eine blo⸗ ſe Wuͤrckung des Verſtandes/ ſo lang die Anwendung des gan⸗ tzen Beweg⸗Grundes/ welche durch die Gnaden⸗Wuͤrckung des Heil. Geiſtts erweckot/ und in dem Willen fruchtbar werden muß/ nicht darzu
kommt


