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Der Gymnasialdirektor : Schauspiel in vier Aufzügen / von Eugen Zabel und Alfred Bock
Entstehung
Seite
59
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Friedrich(zu Hippler, ihm die Hand drückend). Ich bin ganz Ihrer Meinung, Herr Kollege.

Meyer. Der Direktor hat im Gegenteil vollkommen korrekt gehandelt.

Sellmann. Das meine ich auch. Es trifft ihn auch nicht der leiſeſte Vorwurf.

Meyer. Er hat die beiden Diebe ſofort der Polizei überliefert. Was verlangen Sie denn weiter von ihm?

Sellmann. Selbſt wenn er Frau Tillmann heiraten wollte, würde das keinen Menſchen etwas angehen.

Friedrich. Sie haben jedenfalls hierin ganz eigen⸗ tümliche Anſchauungen. Meine Moral geht einen anderen Weg.

Hippler. Die nächſten Tage werden es ja zeigen. Er wird einfach gezwungen, zu demiſſionieren.

Becker. Nach meiner Meinung bedarf es deſſen garnicht. Er wird von ſelbſt gehen.

Sellmann. Was die Philiſter über ihn kannegießern, kann ihm ganz gleich ſein. Er braucht ſich ſelbſt nichts vor⸗ zuwerfen. Ich hoffe ſehr, er bleibt.

Meyer. Mir ſollte es ſehr leid thun, wenn er dem Druck der ſogenanntenöffentlichen Meinung weicht.

Friedrich. Was heißt öffentliche Meinung?

Sellmann. Das heißt hier in dieſer würdigen Stadt: möglichſt viel Schmutz zuſammentragen, den infamſten Ver⸗ leumdungen ein williges Ohr leihen und dann erbarmungslos über einen verdienten Mann zu Gericht ſitzen.

Zweiter Auftritt.

Die Vorigen. Sonnenberg.

Sonnenberg(üßlich, nachher zerknirſcht jammernd). Sie ver⸗

zeihen Becker. Mit wem hab' ich Sonnenberg. Sonnenberg Händler Sonnenberg.

Becker. Ah, Sie ſind der Vater des Sonnenberg. Paul Sonnenberg jawohl