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Direktor. Seit wann?
Brinkmeier. En jutet halbet Jahr.
Direktor. Weiter—
Brinkmeier. Na ick weeß ja. Sie ſollen nich kneipen jehn, die Herren Jymnaſten. Aber an det Seidel Bier und die Zijaren is noch keener nich jeſtorben.
Direktor. Kommen Sie doch zur Sache.
Brinkmeier. Mir beehren keene Hororatioren. Meiſtens Arbeeter, kleine Handwerker. Da ſaß er zwiſchen, der Till⸗ mann und redete klug wie'n Alter. Er hatte ſo wat an ſich, det jefiel den Leuten. Ein jeribener Bengel.
Direktor. Kam er abends zu Ihnen?
Brinkmeier. Jawohl, nach'n Eſſen. Jeſtern abend kommt mein Junge jejen Uhre achten. Fordert ſich janz manierlich'n Ilas Bier und die Zeitung.
Direktor. Hatten Sie ſonſt Gäſte?
Brinkmeier. Da liegt der Haſe im Pfeffer. Alleene ſaß er da. Wie er lieſt jehe ick mal n'bisken Luft ſchnappen. Wie ick zurückkomme, ſitzt der Tillmann auf'n ſelben Fleck.„Wo bleiben Sie denn, Herr Brinkmeier?“ fragt er.„Ich muß weg. Ich kann heute nich zahlen.“ „Thut nichts“, ſage ick„hat keene Eile nich.'s nächſte Mal.“ Mein Junge nu weg.
Direktor. Ich verſtehe nicht, wo Sie hinauswollen.
Brinkmeier. Später hatte ick andere Jäſte. Ick kam nich mehr vom Schanktiſch weg. Um neune will ick die Kaſſe ſtürzen. Der Schub is verſchloſſen. Ick ſchließe auf. Ick meine, ick müßte lang hinſchlagen. Et war nichts drin. Allens rausjekehrt. Ratzekahl bis auf'n letzten Pfennig.
Direktor. Wie kommen Sie zu dem entſetzlichen Verdacht?
Brinkmeier. Ick ſchlage mir auf’'n Kopp. Brinkmeier, ſage ick, wer hat det Jeld jemauſt? Um achte habe ick noch in fünf Märker reinjelegt. Det Schloß war unyverſehrt. Da hat einer'nen Nachſchlüſſel jehabt. Nu kommt meine Olle.„Jejen achte,“ ſagt ſe,„kam der Sonnenberg rin, wat den Händler Sonnenberg ſein Jüngſtes is, zapft ſich 'n Ilas Bier un jing jleich wieder.“„Hol mich der Kuckuck,“ ſage ick.„Da war ick jerade ins Irüne.“
Direktor. Wie können Sie denn da Tillmann ohne weiteres beſchuldigen?


