Brinkmeier. Det wird ſonnenklar. Ick dachte ja nun auch zuerſt: der Sonnenberg... Aber ick bitte Ihnen, ſo’n reicher Junge—
Direktor. Das beweiſt ja gar nichts.
Brinkmeier. Nee, der Tillmann, der Tillmann.... Der Gedanke ließ mir nich los.
Direktor. Darauf iſt Ihre Frau wohl zuerſt gekommen?
Brinkmeier. Det ick nich wüßte. Sie ſagte ja woll, bei den Tillmanns liegt det Mauſen in der Familie.
Direktor. Das iſt dummes Gerede.
Brinkmeier. Nu warten Se man. Um halb zehne bin ick bei Tillmanns in die Königſtraße—
Direktor(geſpannt). Nun?
Brinkmeier Na, det Vögelchen war noch ausjeflogen. Frau Tillmann, ſage ick zu ſeiner Mutter, Ihr Sohn hat mir 80 Mark jeklemmt.
Direktor. Sie hatten gar kein Recht, ſo rückſichtslos aufzutreten.
Brinkmeier. Det findet ſich allens. Um zehne kommt der Strick. Er zuckte zuſammen, wie er mir ſah.„Tillmann,“ ſage ick,„jeben Sie det Jeld heraus. Ick jehe nich eher vom Fleck.“ Natierlich weiß er von jar niſcht. Da habe ich ihm'n bisken jeſchüttelt.„Bürſchken,“ ſage ick,„det Jeld her.“ Da fällt ihm ein Schlüſſel aus der Taſche. „Nanu,“ ſage ick,„det is ja mein Kaſſenſchlüſſel“. Wie ick mir den Schlüſſel ankieke, ſeh ick, Dunner! Der is ja nachjemacht. Ein Kunſtſchloſſer hätte ihn nich ſcheener deichſeln können.(Holt zwei Schüſſel aus der Taſche.) Sehn Se mal, Herr Direktor. Det is mein Schlüſſel. Un det is 'et Tillmannſche Fabrikat.
Direktor(nimmt erregt die beiden Schlüſſeh). Hat er geſtanden, daß er den Schlüſſel nachgemacht hat?
Brinkmeier. Fiel ihm ja jar nich ein. So'n jewiegter Kunde! Davor haben wir die Polizei. Det Jeld wer ick wohl in den Schornſtein ſchreiben können.
Direktor. Für mich iſt bis jetzt noch gar nichts erwieſen.
Brinkmeier(frech). Noch nich? Na, da brat mir eener 'nen Storch! Aber Sie nehmen ja immer die Partei von dem Jungen. Hören Sie nur, was man ſich in der Stadt erzählt! Den Oberlehrer Fuchs haben Sie rausjeſchmiſſen,


