— 44—
Zweiter Auftritt. Direktor. Fuchs.
Fuchs(nervös, fieberhaft erregt). Herr Direktor, ich komme noch einmal.
Direktor. Haben Sie noch einen Wunſch?
Fuchs. Allerdings, ich wollte gegen meine Entlaſſung in aller Form Proteſt einlegen—
f Direktor. Der Beſchwerdeweg zum Miniſter ſteht Ihnen offen.
Fuchs. Sie wiſſen recht gut, welchen Erfolg meine Beſchwerde haben würde. Man hatte kein Recht, ſo gegen mich vorzugehen.
Direktor. Ich habe es Ihnen ja vorausgeſagt. Ihr Verhältnis war bei Ihrer Stellung ganz unmöglich.
Fuchs(aufbrauſend). Die Stellung, immer die Stellung! Weiß Gott, ich beneide jeden anderen Menſchen um ſeinen Stand. Da kann man doch thun und laſſen, was man will.
Direktor(etwas bedrückt). Die öffentliche Meinung beherrſcht uns alle. Aber niemand hat ſo ſtreng wie der Lehrer darauf zu achten, daß ſein Ruf unbefleckt bleibt.
Fuchs. Ja, haben wir denn keine Schwächen? Sind wir aus Bücherſtaub oder aus Fleiſch und Blut zuſammengeſetzt?
Direktor. Der Kampf bleibt Niemand erſpart. So lange wir leben, müſſen wir kämpfen.
Fuchs(bitter). Aber darin zu unterliegen, alle Hoffnungen zu begraben— das iſt hart.
Direktor. Herr Fuchs, ich begreife wohl Ihre Lage. Aber Sie machen mir da eine Scene— ich weiß wirklich nicht, was ich davon denken ſoll.
Fuchs. Und wenn es in Wahrheit eine Tragödie wäre, in die ich hineingeſtoßen worden bin?
Direktor. Bei Ihrer Begabung kann es Ihnen unmög⸗ lich ſchwer fallen, eine neue Anſtellung zu finden.
Fuchs. Nur eine Anſtellung? Wenn Sie wüßten, wie gleichgültig mir das in dieſem Augenblick iſt.
Direktor. Sie werden wieder Pflichten übernehmen und Arbeit lehrt vergeſſen. 3


