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Der Gymnasialdirektor : Schauspiel in vier Aufzügen / von Eugen Zabel und Alfred Bock
Entstehung
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5 Ich muß das von Ihnen verlangen. Brechen Sie den Ver⸗ kehr mit der Familie Brand ab.

Fuchs. Das kann ich nicht.

Direktor. Ich warne Sie auf das Alllerentſchiedenſte. Uber den Skandal kommen Sie nicht mehr hinweg.

Fuchs. Ich kann nichts verſprechen, Herr Direktor.

Direktor. Sie wollen nicht? Gut! So muß ich dem Provinzialſchulkollegium Anzeige machen.

Fucs. Das würde an meinem Entſchluß nichts ändern, Herr Direktor.

Direktor(heftig). Ich begreife Ihre Gleichgültigkeit nicht. Für mich iſt das ſehr wichtig. Sie wiſſen eben abſolut nicht, was Sie ihrem Berufe als Lehrer ſchuldig ſind. Ich erkläre Ihnen auf das Beſtimmteſte, der Verkehr mit Frau Brand iſt für Sie als Lehrer unſtatthaft. Können Sie den Weg nicht zurückfinden, ſo muß ich Ihre Verſetzung be beantragen. Leben Sie wohl.(Fuchs in großer Erregung ab.)

Dritter Auftritt.

Direktor am Schreibtiſch. Händler Sonnenberg.

Sonnenberg(tritt ins Zimmer, der Direktor bemerkt ihn nicht. Sonnenberg fängt an zu huſten).

Direktor. Wer iſt da? Sind Sie es, Friebel?

Sonnenberg. Nein, ich bin es, Herr Direktor. Sie kennen mich ja wohl. Sonnenberg iſt mein Name.

Direktor. Jawohl, Herr Sonnenberg, aber...(auf ſeine Arbeit deutend).

Sonnenberg. Entſchuldigen Sie nur, daß ich Ihnen ſo ins Zimmer geplatzt bin. Aber es war draußen niemand. Wenn ich auch ein einfacher Händler bin, ich weiß doch, was ich dem Direktor meines Jungen und einem ſo ge⸗ lehrten Mann wie Ihnen ſchuldig bin.

Direktor. Was wiſſen Sie denn von meiner Gelehr⸗ ſamkeit?

Sonnenberg Gieht eine Zeitung aus der Taſche). Sehr viel. Aus der Zeitung. Hier ſteht's drinne. Dacht ichs doch, Sie haben es nicht geleſen. Immer arbeiten und wieder