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Fuchs kommt ja faſt alle Tage zu uns ins Haus. Vor dem brauchen wir keine Angſt zu haben.
Fuchs(verlegen). Ich bin mit der Familie Brand be⸗ freundet.
Direktor. Das bringt mich auf den Punkt, den ich noch berühren muß, obwohl ich mich ſonſt in die Privat⸗ verhältniſſe meines Lehrerkollegiums grundſätzlich nicht miſche. Sie gingen vorige Woche mit Brands in das Klubkonzert?
Fuchs(unruhig). Jawohl, Herr Direktor... ich...
Direktor. Frau Brand verließ vor Schluß des Konzerts das Haus. Sie folgten ihr unmittelbar, Herr Oberlehrer.
Fuchs. Ich ſah, daß Frau Brand mit einer Ohnmacht kämpfte..
Direktor. Wäre es da nicht natürlicher geweſen, wenn Herr Brand felbſt...
Fuchs(ſchweigt).
Direktor. Auf dem Rückwege haben Sie Frau Brand in Ihre Wohnung geführt... ich meine in Ihre eigene Wohnung, Herr Oberlehrer.
Fuchs. Sie war in der That ſehr unwohl.(Aufwallend.) Ich kann wirklich niemand das Recht zugeſtehen.—
Direktar. Mir iſt darüber von glaubwürdiger Seite und in den Ausdrücken höchſten Erſtaunens Mitteilung ge⸗ macht worden.
Fuchs. Nun ja, ich leugne auch gar nicht.
Direktor. Das Peinliche dabei iſt, die ganze Stadt er⸗ zählt ſich die Geſchichte und ſie wird mit allen möglichen Kommentaren und witzig ſein ſollenden Bemerkungen herum⸗ getragen.
Fuchs. Das beunruhigt mich nicht.
Direktor. Aber mich, Herr Oberlehrer. Unter ſolchen Klatſchgeſchichten leidet der gute Ruf meiner Anſtalt. Wir müſſen alles vermeiden, was ihnen Nahrung geben kann. Ich habe nicht zu beurteilen, wie weit Sie in Ihren freundſchaftlichen Beziehungen zur Familie Brand gehen dürfen. Wohl aber muß ich darauf ſehen, daß keiner meiner Lehrer in einen Stadtklatſch verwickelt und daß die Dis⸗ ziplin meiner Anſtalt in jedem Falle gewahrt wird.


