Teil eines Werkes 
[1] (1902) Das Lahnthal von der Lahnquelle bis zur Mündung nebst den Seitenthälern in ihren unteren und mittleren Stufen : mit ca. 100 Illustrationen und 5 Plänen, 4 Kärtchen und einer grossen Übersichtskarte / bearbeitet von Heinrich Luerssen, Wetzlar
Entstehung
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am westlichen Ende des Limburger Beckens, wo die aus dem Taunus zuströmende Aar in die Lalm fällt, und gruppiert sich um das auf steilem Porphyrfelsen aufragende gewaltige Schloss, das mit seinen festen Mauern schon unter der Nassauer Regierung in eine Strafanstalt verwandelt wurde und bis heute leider dieser Bestimmung erhalten blieb. Doch ist dasselbe zugänglich. Dagegen macht das Städtchen, welches durch seine Lage vor dem Zutritt rauher Luft- strömungen geschützt ist, und daher ein ungewöhnlich mildes und gesundes Klima besitzt, mit seinen saubern Strassen und zum Teil noch altertümlichen Häusern, seinen freundlichen,

n. A. v. Ph. II. Meckel, Diez.

Diez.

wohlgepflegten Gärten einen überaus anheimelnden Eindruck, der wohl geeignet ist, den Fremden auf längere Zeit zu fesseln, und von hier aus Ausflüge in die herrliche weitere Vmgebung zu machen. In Diez befinden sich bedeutende Marmorschleifereien, zu denen die mächtigen Marmorbrüche der Umgegend das Material liefern, ferner grössere Kalkwerke, Ziegelbrennereien und ausgedehnte Gärtnereien.

Erwähnt wird der Ort als Didesse zuerst 1073; um diese Zeit ist wahrscheinlich auch die Burg gebaut worden. Die Graf- schaft Diez umfasste den grössten Teil des alten Niederlahngaus und reichte weit auf den Taunus und den Westerwald hinauf. Als der letzte des Diezer Mannsstammes, Graf Gerhard III., 1388 starb, vererbte sein Land auf seinen Schwiegerschn Adolf von Nassau-Dillenburg. Im Jahre 1420 kam die Hälfte an Eppstein, so dass, nachdem letzteres wieder die Hälfte seines Anteils an