Teil eines Werkes 
[1] (1902) Das Lahnthal von der Lahnquelle bis zur Mündung nebst den Seitenthälern in ihren unteren und mittleren Stufen : mit ca. 100 Illustrationen und 5 Plänen, 4 Kärtchen und einer grossen Übersichtskarte / bearbeitet von Heinrich Luerssen, Wetzlar
Entstehung
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40[Umgegend von Marburg.

Wege wendet man sich nach Überschreitung des Weidenhäuser Grabens vor dem Bahnübergange bei der Wirtschaft von Zeiss, wo eine Wegetafel steht, rechts den blauen Zeichen nach an der Irrenanstalt vorbei. Die letzten 45 Min. führt der Weg durch schönen Tannen- und Buchenwald aufwärts zunächst zu den Frauenberger Höfen, 2 Wirtshäusern, von da in 12 Min. zum Gipfel. Die allerdings spärlichen Trümmer der Burg sind durch eine Treppe zugänglich. Die Rund- und Fernsicht von oben ist eine selten schöne. Die Entfernung von Marburg kürzt sich um fast ½ Std., wenn man die Tour vom Bahnhot Marburg-Süd unternimmt, von dem aus ebenfalls blaue Striche den Weg bezeichnen. Diejenigen, welche nach Giessen weiter wollen, können den Abstieg nach der Station Nieder-Weimar an der Bahnstrecke Marburg-Giessen nehmen. Derselbe leitet, durch blaue Kreuze markiert, über Ronhausen zu Nehbrücke über die Bahn und erfordert etwa 1 ½ Stde.

Auf der rechten Lahnseite führt ein beliebter und ange- nehmer Spaziergang auf den Dammelsberg, die Höhe, welche im Westen den Schlossberg überragt. Man geht entweder auf der Fitterstrasse durch das Kalbsthor und biegt beim Turner- garten, einer Gartenwirtschaft, rechts in die Lutherstrasse auf- wärts, oder geht übers Schloss, indem man die Verlängerung der Schlossgasse, in westlicher Richtung, den Breitenweg, ver- folgt, oder man benutzt den nördlich vom Schloss am sog. Gõtzehain vorbeiführenden Hainweg. Der mit hohen Eichen bestandene Bergrücken bietet bei wohlgepflegten Wegen und zahlreichen Sitzplätzen eine Fülle von schönen Ausblicken. Das gilt auch von den übrigen Anlagen, mit denen die ganze Höhe des Schlossberges bedeckt ist.

In unmittelbarer Nähe der Stadt liegen Augustenruhe und Kirchspitze, zwei herrliche Aussichtspunkte. Der Aufstieg er- folgt am besten von der Elisabethstrasse aus auf der Treppe gegenüber der Kirche. Der Weg führt an der alten Michaelis- Kapelle vorüber, durch rotes Dreieck bezeichnet, zur Höhe. Die mit Schutzhäuschen und schönen Anlagen versehene Au- gustenrubhe, von der man namentlich einen wundervollen Blick auf die Kirche hat, trägt ihren Namen zu Ehren einer preus- sischen Prinzessin, die im Mai 1814 auf dieser Höhe weilte, ein Besuch, an den ein Denkstein erinnert. Verfolgt man den durch rotes Dreieck markierten Weg nordwestlich weiter, so erreicht man in 15 Minuten die Kirchspitze, von deren Pavillon aus sich ebenfalls ein schöner Blick eröffnet. Den Abstieg nimmt man zweckmässig nach der anderen Seite, indem man das in die Anlagen der Augustenruhe einmündende Gässchen einschlägt, das, durch rotes Dreieck bezeichnet, zumSchlag und weiter zur Ketzerbach führt.