Teil eines Werkes 
[1] (1902) Das Lahnthal von der Lahnquelle bis zur Mündung nebst den Seitenthälern in ihren unteren und mittleren Stufen : mit ca. 100 Illustrationen und 5 Plänen, 4 Kärtchen und einer grossen Übersichtskarte / bearbeitet von Heinrich Luerssen, Wetzlar
Entstehung
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Hilchenbach-Lahnhof. 7

Linken liegen und wendet sich nach etwa 15 Min rechts durch die Fichten der Höhe des Giller zu, welcher mit 678 m die höchste Erhebung des Siegerlandes darstellt. Von dem eisernen Aussichtsturm, welchen der Sauerländer Gebirgs-Verein von Hilchenbach hat errichten lassen, hat man den grossartigsten Rundblick der Gegend. Gegen O. sieht man in das Ederthal, hinter welchem die flache Kuppe des Epschloh und die Wittgen- steiner Berge aufragen. Gegen NO. und N. ruht der Blick auf den waldigen Höhen des Rothaargebirges, hinter welchen bei klarem Wetter der Turm auf dem Kahlen Asten sichtbar wird. Im NW. über den Schlossberg hin liegt Hilchenbach, während nach W. hin das Auge das Thal der Ferndorfer Sieg verfolgt, an dessen nördlichem Rande sich der stattliche Kin- delsberg erhebt. Südlich von ihm sind gegen WSW. bei gün- stiger Beleuchtung der grosse Oelberg und die Löwenburg im Siebengebirge, sowie einzelne Höhen der Eifel erkennbar. Im SW. verfolgt das Auge das Netpherthal, welches scheinbar durch den Siegener Schlossberg abgeschlossen wird. Gegen S. und S0. aber weilt der Blick auf den waldigen Quellbergen der Eder, Sieg und Lahn, von denen besonders der Ederkopf und der Jagdberg sich abheben.

Vom Giller kehre man auf dem Fahrweg nach Lützel zu- rück. Will man direkt nach dem Lahnhof gehen, so biegt man vor dem Dorfe, nachdem man aus dem Walde heraus- getreten, rechts ab und gewinnt die Chaussee bei Kilometerstein 19,1.(Fortsetz. s. unten.)

Wählt man vom Schlossberge aus den andern Weg, so folge man der Fahrstrasse nach Lützel 2 Min., steige auf dem allerdings kaum erkennbaren Pfade durch den Wald an der kleinen Schlucht entlang abwärts zur Chaussee, die man auf- wärts verfolgt. Am Wegweiser bei Kilometerstein 17,2 zweigt sich rechts die Chaussee nach Netphen und Siegen ab. Im Winkel der beiden Landstrassen liegt ein sorgfältig geebneter, freier Platz im Walde, an dessen Eingange eine kräftige, von starkem Eisengitter umgebene Eiche steht. Auf einer Platte am Gitter steht die Inschrift: Kronprinzen-Eiche, von Sr. Maj. Friedrieh Wilhelm IEV. als Kronprinz am 16. Oktober 1833 ge- pflanzt. Hier kommen alljjährlich im Herbste die vornehmen Söndc des Siegerlandes zusammen, um ein Schützenfest zu eiern.

Verfolgt man die Chaussee, die hier in scharfer Wendung um den Strahl herum nach Osten biegt, weiter, so hat man zur Linken über den Felsen die steile Tannenwand, rechts den Einblick in das waldige Bergland, tief unten die Bahn, eine der grossartigsten Berglandschaften, die es in Mitteldeutsch- land giebt. Bei Kilometerstein 19,1 kreuzt der oben beschrie-